International: IAEA schließt 2015‑Abkommen von Iran aus, CTBTO betont Bedeutung des Testverbots
Der Leiter der Internationalen Atomenergie‑Organisation (IAEA), Rafael Mariano Grossi, erklärte am 29. April 2026, dass das 2015 geschlossene Nuklearabkommen mit dem Iran nicht als Ausgangspunkt für eine neue Vereinbarung dienen könne, weil sich das iranische Nuklearprogramm erheblich verändert habe. Gleichzeitig wies der Exekutivsekretär des Vertragsüberwachungsorgans für das umfassende Kernwaffentestverbot (CTBTO), Robert Floyd, auf die fortbestehende Relevanz des Testverbots und die Notwendigkeit einer breiten internationalen Unterstützung hin.
IAEA‑Stellungnahme zum Iran‑Abkommen
Grossi betonte, dass das Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) „keine Grundlage“ für zukünftige Verhandlungen bilde und dass ein neuer Ansatz erforderlich sei. Er verwies darauf, dass das IAEA‑Team im Juni 2025 440 Kilogramm hochangereichertes Uran versiegelt habe und dass die Inspektion erst wieder aufgenommen werden könne, wenn das Material vor Ort verifiziert sei.
Aktueller Stand des CTBT
Floyd erläuterte, dass das Comprehensive Nuclear‑Test‑Ban‑Treaty (CTBT) nach Unterzeichnung durch 187 Staaten und Ratifikation durch 178 Staaten noch nicht in Kraft sei, weil neun Schlüsselstaaten mit nuklearer Technologie – China, Ägypten, Indien, Iran, Israel, Nordkorea, Pakistan, Russland und die USA – noch nicht ratifiziert haben.
Verifikationssystem des CTBTO
Der Leiter des CTBTO erklärte, dass das globale Verifikationsnetz bereits zu über 90 % fertiggestellt sei und 307 Messstationen weltweit betreibe. Das System könne Kernexplosionen ab einer Stärke von 500 Tonnen TNT zuverlässig nachweisen, was einer kleinen Fraktion der Hiroshima‑Bombe entspräche.
Herausforderungen bei der Ratifizierung
Floyd betonte, dass ein Fortschritt bei der Ratifizierung nur durch ein koordiniertes Vorgehen der USA, der Russischen Föderation und der Volksrepublik China möglich sei. Er hielt ein isoliertes Vorgehen für unwahrscheinlich und rief die betreffenden Staaten zu einem gemeinsamen Schritt auf.
Desinformation und seismische Ereignisse
Der CTBTO‑Leiter wies zudem darauf hin, dass im späten Jahr 2024 falsche Meldungen über angebliche nukleare Tests im Iran verbreitet wurden. Analysen seines Teams bestätigten, dass die betreffenden seismischen Aktivitäten natürlichen Erdbeben entsprachen.
Ausblick der internationalen Sicherheitsarchitektur
Beide Sprecher schlossen mit dem Hinweis, dass trotz bisheriger Erfolge weitere Anstrengungen nötig seien, um die Nichtverbreitung von Kernwaffen zu stärken und das Testverbot weltweit zu verankern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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