IL‑17 und COX‑2 als pro‑pathogene Faktoren bei Tuberkulose
Wesentliche Ergebnisse
Nach Angaben von eLife zeigen neue experimentelle Daten, dass das Zusammenspiel von IL‑17, COX‑2 und Ly6G‑positiven Granulozyten die Pathologie einer Mycobacterium‑tuberculosis‑Infektion verstärkt und dass die Unterbrechung dieses Netzwerks sowohl das Überleben von genetisch anfälligen Mäusen als auch die Wirksamkeit der BCG‑Impfung verbessert.
Experimentelle Befunde in Mausmodellen
In Wildtyp‑Mäusen sowie in IFN‑γ‑defizienten (ifng‑/-) Mäusen wurden vier Wochen nach Infektion die meisten intrazellulären Bakterien in Ly6G‑positiven Granulozyten nachgewiesen. Bei ifng‑/-‑Mäusen korrelierte eine übermäßige Infiltration dieser Zellen mit schwerer Bakteriämie und hoher Sterblichkeit.
Therapeutische Interventionen
Die Gabe eines neutralisierenden IL‑17‑Antikörpers oder die Hemmung von COX‑2 mittels Celecoxib reduzierte die Ly6G‑Granulozyten‑Infiltration, milderte die Gewebeschädigung und verlängerte das Überleben der ifng‑/-‑Mäuse. Überraschenderweise stellten die Forscher fest, dass die Ly6G‑Granulozyten selbst die Hauptquelle von IL‑17 in den Lungen beider Mausgenotypen darstellen. Die Blockade des Transkriptionsfaktors RORγt, der für die IL‑17‑Produktion verantwortlich ist, verringerte ebenfalls die bakterielle Belastung.
Auswirkungen auf die BCG‑Impfung
In Wildtyp‑Mäusen führte die COX‑2‑Hemmung zu einem deutlichen Rückgang der IL‑17‑Konzentration in Lungenhomogenaten und steigerte die Schutzwirkung der BCG‑Impfung, indem das bakterielle Reservoir in Ly6G‑Granulozyten reduziert wurde. Ein ähnlicher Effekt wurde durch die RORγt‑Hemmung erzielt.
Klinische Relevanz beim Menschen
In einer Kohorte von pulmonalen Tuberkulose‑Patienten ergab die Analyse, dass ein hoher Neutrophilen‑ und IL‑17‑Spiegel mit ungünstigen Therapieergebnissen zusammenhing. Diese Beobachtungen unterstützen die Annahme, dass IL‑17 und Prostaglandin‑E2 (Produkt von COX‑2) negative Korrelate des Schutzes darstellen.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Autoren schließen daraus, dass das IL‑17‑COX‑2‑Ly6G‑Granulozyten‑Achsenmodell ein potenzielles Ziel für neue Präventions‑ und Therapieansätze gegen Tuberkulose darstellt. Weitere klinische Studien seien erforderlich, um die Wirksamkeit von IL‑17‑ oder COX‑2‑Inhibitoren bei infizierten Patienten zu prüfen.
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