Studienüberblick
Eine aktuelle Studie von Batsirai Alexander Mukanganwa, Mercy Mukuma, John Shindano und Himoonga Bernard Moonga untersuchte zwischen Oktober 2023 und Februar 2024 den illegalen Wildfleischhandel im Lusaka-Distrikt, Sambia. Dabei wurden 38 leitende Interviews mit Schlüsselpersonen aus Regierung, Naturschutzorganisationen, Wissenschaft, Metzgereien und Forschung geführt, um Lieferketten, zoonotische Risiken und mögliche nachhaltige Handelsrahmen zu analysieren.
Methodisches Vorgehen
Die Untersuchung basierte auf einem qualitativen, auf Grounded Theory ausgerichteten Design. Teilnehmer wurden mittels purposiver Stichprobe und Schneeballverfahren ausgewählt. Interviews fanden in Englisch oder Nyanja statt, wurden anschließend transkribiert und mit NVivo 12 thematisch ausgewertet.
Struktur der Lieferkette
Die Analyse ergab, dass die Kette von Wilderern in Schutzgebieten über städtische Finanzierer und Zwischenhändler zu Endverbrauchern in Lusaka führt. Am häufigsten gehandelt werden Büffel, Kudu, Impala, Warzenschwein und Nilpferd.
Zoonotische Risikofaktoren
Identifizierte Risikofaktoren umfassen unhygienische Feldverarbeitung, Transport über mehr als 300 km ohne Kühlung, falsche Artenbezeichnung (z. B. ein mit Anthrax infiziertes Nilpferd als Büffel verkauft) sowie den Verzehr von erlegten oder in Fallen gefangenen Tieren.
Vorschlag für nachhaltigen Handel
Auf Basis der Befunde wurde ein Rahmen entwickelt, der Gemeinschaftsbeteiligung, alternative Einkommensquellen, Wildtierfarmen und Aufklärung über öffentliche Gesundheit in den Vordergrund stellt.
Implikationen und Empfehlungen
Die Studie schließt, dass der illegale Wildfleischhandel in Sambia erhebliche zoonotische Gefahren birgt. Reduzierung dieser Risiken erfordere verstärkte Durchsetzung, sektorübergreifende Zusammenarbeit und Verhaltensänderungsstrategien. Investitionen in nachhaltige Lebensgrundlagen für Gemeinden in der Nähe von Schutzgebieten werden als zentrale Maßnahme hervorgehoben.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
