International: ILO warnt vor 840.000 Todesfällen durch psychosoziale Arbeitsrisiken
Ein neuer Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass jährlich rund 840.000 Menschen an gesundheitlichen Folgen sterben, die mit langen Arbeitszeiten, unsicherer Beschäftigung, Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz verbunden sind.
Methodik und Datenbasis
Die Schätzung beruht auf einer Analyse globaler Prävalenzraten von psychosozialen Risikofaktoren – wie Jobbelastung, Ungleichgewicht von Aufwand und Belohnung, Arbeitsplatzunsicherheit, überlange Arbeitszeiten, Mobbing und Belästigung – und deren Verknüpfung mit Sterblichkeitsdaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie dem Global Burden of Disease‑Projekt.
Zentrale Risikofaktoren
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen überlange Arbeitszeiten, die von 35 % der Beschäftigten weltweit überschritten werden, sowie ein hohes Maß an beruflicher Unsicherheit, die von 23 % der Beschäftigten erlebt wird. Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz betreffen ebenfalls rund ein Viertel der Arbeitenden.
Neue Arbeitsformen und ihre Folgen
Der Bericht weist darauf hin, dass digitale Transformation, Künstliche Intelligenz, Remote‑Work und neuartige Beschäftigungsmodelle das Risiko bestehender Belastungen erhöhen oder neue Gefahren schaffen können, wenn sie nicht angemessen reguliert werden.
Stimmen aus der ILO
„Psychosoziale Risiken werden zu einer der bedeutendsten Herausforderungen für Arbeitsschutz und Gesundheit am Arbeitsplatz“, erklärt Manal Azzi, Teamleiter für OSH‑Politik und Systeme bei der ILO. „Eine Verbesserung des psychosozialen Arbeitsumfelds schützt nicht nur die physische und mentale Gesundheit der Arbeitnehmer, sondern stärkt auch Produktivität und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.“
Handlungsempfehlungen
Der Bericht empfiehlt, psychosoziale Risikomanagementsysteme in bestehende Arbeitsschutzrahmen zu integrieren und den sozialen Dialog zwischen Regierungen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu fördern, um Ursachen gezielt zu bekämpfen.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Durch die Reduktion dieser Risiken könnten laut ILO jährlich etwa 1,37 % des globalen Bruttoinlandsprodukts, die derzeit durch kardiovaskuläre Erkrankungen und psychische Störungen verloren gehen, eingespart werden, während gleichzeitig die Zahl der verlorenen „Disability‑Adjusted Life Years“ (DALYs) sinkt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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