Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat einen Plan zur Evakuierung von mehr als 11 000 Seeleuten, die im Straßengebiet von Hormus feststecken, veröffentlicht. Der Plan wird im Zusammenhang mit einem kürzlich unterzeichneten Memorandum of Understanding zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran umgesetzt und soll den Schiffsverkehr wieder auf das Vorkriegsniveau von rund 130 Durchfahrten pro Tag bringen.
Evakuierungsplan und Beteiligte
Nach Angaben der IMO werden zwischen 500 und 600 Handelsschiffe in die Operation eingebunden. Zwei vorübergehende Seewege wurden festgelegt: ein nördlicher Kurs in Nähe der iranischen Küste und ein südlicher Kurs, der durch die Gewässer von Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten führt. Jeder beteiligte Kapitän soll von den Behörden kontaktiert werden, um ein festes Abfahrtsdatum und eine Transitgruppe zu erhalten.
Sicherheitsmaßnahmen
Die IMO hat Sicherheitsgarantien von den Anrainerstaaten eingeholt und Bedingungen für eine sichere Navigation geprüft. Angesichts von Minenrisiken und eingeschränkten Navigationsbedingungen wird den Schiffsführern geraten, bis zur Kontaktaufnahme zu warten und den Anweisungen der Küstenstaaten strikt zu folgen. Jeder Kurs wird einer bestimmten Gruppe zugeordnet, um ein geordnetes Vorgehen zu gewährleisten.
Hintergrund des Konflikts
Der Schiffsverkehr im Persischen Golf wurde seit dem Beginn der militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und Iran stark eingeschränkt. Seit dem 28. Februar, als die Bombardierung des iranischen Territoriums durch die USA und Israel startete, sind 14 Seeleute bei Angriffen auf die Schifffahrt ums Leben gekommen. Die Sperrung hat zu einem weltweiten Energieschock geführt, dessen Folgen besonders für Entwicklungsländer spürbar sind.
Reaktion der IMO
IMO-Generalsekretär Arsenio Domínguez erklärte, dass die jüngste Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran einen entscheidenden Schritt zur Wiederherstellung der maritimen Sicherheit darstelle. Er betonte, dass die Evakuierung ein Zeichen für das Engagement der internationalen Gemeinschaft sei, die zivilen Schifffahrtswege zu schützen.
Erfahrungen der Besatzungen
Third Officer Clarisse Bangga, ein philippinischer Offizier, schilderte die psychische Belastung, die das Feststecken im Kriegsgebiet mit sich bringe. Sie betonte die Bedeutung von regelmäßigen Trainings und klaren Notfallprotokollen, um das Personal auf mögliche Vorfälle vorzubereiten. Laut ihrer Aussage helfe die Aussicht auf eine baldige Evakuierung, den Stress der Besatzungen zu reduzieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung