International: Indien verstärkt Maßnahmen gegen illegalen Pangolin-Handel
Indien verzeichnet jährlich zwischen 120 und 240 beschlagnahmte Pangoline, wobei die offiziellen Zahlen nur den gemeldeten Teil des Handels abbilden. Laut einem Faktenblatt von TRAFFIC aus dem Jahr 2022 wurden zwischen 2009 und 2017 rund 6.000 Pangoline in Indien erbeutet, und zwischen 2019 und 2022 wurden fast 337 Kilogramm Pangolin-Schuppen von der Directorate of Revenue Intelligence beschlagnahmt.
Entwicklung des internationalen Handels
Ein CITES‑Bericht von Dezember 2025 nennt 2.222 weltweite Beschlagnahmungen von Pangolin‑Exemplaren für den Zeitraum 2016‑2024, was einer Menge von 553.042 erlegten Tieren entspricht. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des illegalen Handels, der sich trotz moderner Medizin fortsetzt.
Ursprünge und kulturelle Missverständnisse
Historisch reicht die Nutzung von Pangolin‑Schuppen als Medizin bis in die Ming‑Dynastie zurück, wobei aktuelle Studien keinen therapeutischen Nutzen bestätigen. In abgelegenen Regionen Zentralindiens hängen einige Bewohner noch immer Schuppen an Türen oder vergraben sie, weil sie Glück bringen sollen, erklärt Monesh Singh Tomar vom IUCN Pangolin Specialist Group.
Aktuelle Durchsetzungsmaßnahmen
Zwischen 2015 und 2026 wurden über 500 Einsatzoperationen gegen Pangolin‑Kriminalität durchgeführt, wobei schätzungsweise 2.000‑3.000 Tiere oder deren Schuppen beschlagnahmt wurden. Am 26. April führte ein gemeinsamer Einsatz von Wildlife Trust of India, der Chhattisgarh State Flying Squad und der örtlichen Forstverwaltung zur Sicherstellung von 20 Kilogramm Schuppen und zwei Leopardenhäuten.
Digitale Überwachung und Bürgerbeteiligung
Die App Cyber HAWK, entwickelt mit NTT Data, unterstützt 264 Nutzer, die bislang 784 Fälle von Cyber‑Wildtierkriminalität gemeldet haben, darunter 15 Fälle von Pangolin‑Handel, vier davon international. Das Projekt arbeitet zudem mit Plattformen wie YouTube und Meta zusammen, um illegale Inhalte zu entfernen.
Lokale Initiativen und Ausblick
In Manipur haben lokale Führer von Indigenengruppen das Jagen und den Verkauf von Pangolinen in über 300 Dörfern verboten. Feldoffizier Chingrisoror Rumthao vom Wildlife Trust of India betont, dass diese Maßnahmen an der Grenze zu Myanmar direkte Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Handel haben. Experten fordern zudem verstärkte Aufklärung in den betroffenen Gemeinden, um das ökologische Rollenverständnis der Tiere zu stärken.
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