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Informelle Recyclingarbeiter stärken Wirtschaft und soziale Teilhabe in Lateinamerika
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AI GENERATED 12.06.2026 • 09:25 Umwelt, Energie und Ressourcen

Informelle Recyclingarbeiter stärken Wirtschaft und soziale Teilhabe in Lateinamerika

Sonstige: Informelle Recyclingarbeiter stärken Wirtschaft und soziale Teilhabe in Lateinamerika

In Lateinamerika arbeiten schätzungsweise zwei Millionen Menschen im informellen Recycling, obwohl die offizielle Recyclingquote bei rund vier Prozent liegt. Diese Beschäftigten bilden ein wesentliches, jedoch oft unsichtbares Rückgrat der städtischen Abfallwirtschaft und sichern vielen Menschen ein Einkommen.

Hintergrund und Zahlen

Der informelle Sektor ist trotz seiner geringen Sichtbarkeit für die Mülltrennung und Wiederverwertung unverzichtbar. Neben der ökologischen Funktion dient das Sammeln, Sortieren und Verkaufen von Wertstoffen als Lebensgrundlage für Personen in prekären städtischen Verhältnissen.

Eloísa Cartonera – Buchproduktion aus Karton in Argentinien

Das 2002 in Buenos Aires gegründete Projekt Eloísa Cartonera arbeitet mit Kartonern, die Karton aus der Müllentsorgung beziehen. Das Projekt kauft das Material zu fairen Preisen, stellt Arbeiter ein und produziert handbemalte Bücher, deren Erlöse zwischen den Arbeitern und den Organisatoren aufgeteilt werden. Gründer Washington Cucurto, Javier Barilaro und weitere Aktivisten haben damit ein Modell geschaffen, das über 50 ähnliche Initiativen weltweit inspiriert hat.

Amazoniko – Kreislaufwirtschaft in Kolumbien

Amazoniko, 2017 ins Leben gerufen, verbindet Bürger, Unternehmen, Sammler und Verarbeiter zu einer digitalen Plattform. Das Unternehmen organisiert Sammelrouten, verbessert den Zugang zu hochwertigen Materialien und bietet digitale Trinkgelder sowie Mikrokredite, um die Einkommenssicherheit der Sammler zu erhöhen. Der erste Sammler, Cristian, stieg vom einfachen Sammler zum operativen Direktor auf, was die Möglichkeit sozialer Aufwärtsmobilität verdeutlicht.

Venezolanische Migranten in Kolumbien

Seit 2019 unterstützt das UNHCR‑Programm in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern rund 45 Migranten in Barranquilla mit Schulungen, Schutzausrüstung und sozialen Diensten. Die Initiative zielt darauf ab, das Recycling als Einkommensquelle zu würdigen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Ein Teilnehmer betonte, dass das Recycling „unsere aktuelle Lebensgrundlage“ sei.

Recyclern in Ecuador

In Ecuador sind etwa 20 000 Personen im Recycling tätig, davon 1 500 in der Vereinigung Renarec, die über 50 Organisationen bündelt. Die Arbeit erfolgt meist informell und ist von Diskriminierung sowie unsicheren Bedingungen geprägt, obwohl sie einen zentralen Beitrag zur städtischen Sauberkeit und Ressourcennutzung leistet.

Ausblick und Herausforderungen

Die vorgestellten Initiativen zeigen, dass Recycling über ökologische Ziele hinaus soziale Inklusion und wirtschaftliche Stabilität fördern kann. Dennoch bleibt die formale Anerkennung der Arbeiter, der Zugang zu Sozialschutz und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zentrale Herausforderungen für die Zukunft.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.

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