In einer bevölkerungsbasierten Studie wurden 4.095 Personen ab 50 Jahren im Einzugsbereich eines chirurgischen Zentrums und seiner zugehörigen Seh‑Centren untersucht. Durch die Kombination des Rapid Assessment of Avoidable Blindness (RAAB) mit einem neu entwickelten Health‑System‑Modul konnten epidemiologische Bedarfe und vorhandene Versorgungsangebote gleichzeitig erfasst werden.
Studiendesign und Methodik
Der RAAB‑Ansatz wurde um ein diabetisches Retinopathie‑Modul erweitert und in einem definierten Service‑Gebiet durchgeführt. Parallel dazu erfasste das Health‑System‑Modul die Verfügbarkeit von Katarakt‑, Refraktions‑ und diabetischer Retinopathie‑Behandlungen sowie die Datenqualität bei allen relevanten Anbietern.
Epidemiologische Ergebnisse
Von den 4.095 erfassten Personen wurden 3.867 (94.4 %) untersucht. Die alters‑ und geschlechtsadjustierte Blindheitsrate betrug 2.2 %, wobei sie bei weiblichen Befragten 2.8 % und bei männlichen Befragten 1.6 % (p < 0.001) lag. Visuelle Beeinträchtigung war bei 29.5 % der Befragten festzustellen.
Versorgungsangebot und Qualitätslücken
Unoperierte Katarakte verursachten 76.5 % der Blindheit, 84.3 % der schweren und 54.7 % der moderaten visuellen Beeinträchtigung. Unkorrigierte refraktive Fehler waren für 79.2 % der leichten Beeinträchtigung verantwortlich. Die Katarakt‑Operationsabdeckung lag bei 59.6 % (6/12) und 70.3 % (6/18), wobei ein Qualitätsdefizit von 36.6 % bestand. Gute postoperative Ergebnisse wurden bei 74.4 % der Patienten erzielt, wenn die Operation innerhalb von zwei Jahren erfolgte, im Vergleich zu 57.0 % bei früheren Eingriffen (p < 0.0001).
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Die Abdeckung von Fernrefraktionskorrekturen betrug insgesamt 14.0 %, jedoch nur 9.5 % bei weiblichen Befragten im Gegensatz zu 19.5 % bei männlichen Befragten (p < 0.001).
Datenverfügbarkeit und -lücken
Von den 14 identifizierten Anbietern lagen Katarakt‑Operationsdaten von 12, Daten zu Brillen von vier, Daten zur visuellen Akuität vor‑ und nach‑Operation von einem und keinerlei Daten zu diabetischen Retinopathie‑Dienstleistungen vor.
Implikationen für die regionale Planung
Der gemessene Katarakt‑Operationsrate von 7.165 Eingriffen pro Million Einwohner übertraf den nationalen Durchschnitt, jedoch wird geschätzt, dass 41.165 Personen im Untersuchungsgebiet an Katarakt‑bedingter Blindheit oder visueller Beeinträchtigung leiden. Die integrierte Analyse verdeutlicht, dass das kombinierte Vorgehen von RAAB und Health‑System‑Modul eine fundierte Grundlage für die Planung von Augenversorgungsprogrammen bietet, gleichzeitig jedoch bestehende Datenlücken und operative Herausforderungen offenbart.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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