Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie untersuchte die Machbarkeit, Verträglichkeit und Sicherheit einer intradialytischen Creatin‑Supplementierung bei Patienten, die eine Hämodialyse erhalten. Sechszehn Patienten im Alter von 27 bis 78 Jahren wurden in vier aufeinanderfolgenden Gruppen behandelt, die jeweils eine feste Creatinkonzentration im Dialysat (0,5 mmol/L, 1,0 mmol/L, 1,5 mmol/L und 2,0 mmol/L) erhielten. Die Randomisierung erfolgte blockweise im Verhältnis 3:1 (Creatin zu Placebo) pro Gruppe, und Ausfälle wurden ersetzt.
Studienmethodik
Die Intervention wurde über einen Zeitraum von sechs Wochen während der regulären Dialysesitzungen verabreicht. Primäre Endpunkte waren die Änderungen der prä‑dialytischen intra‑erythrozytären und plasmatischen Creatinkonzentrationen, die mittels linearer Mischmodelle ausgewertet wurden. Die Studie war unter der Kennung NCT05148208 im ClinicalTrials.gov registriert.
Baseline‑Charakteristika
Alle sechzehn eingeschlossenen Patienten schlossen die Studie ab; neun von ihnen waren weiblich. Die medianen (Minimum‑Maximum) prä‑dialytischen intra‑erythrozytären Creatinkonzentrationen betrugen 963 µmol/L (407–1822) und die plasmatischen Konzentrationen 35 µmol/L (13–287) zu Studienbeginn.
Ergebnisse: intra‑erythrozytäre Creatinkonzentration
Nach sechs Wochen zeigten die Creatin‑Behandlungsgruppen im Vergleich zum Placebo signifikante Anstiege der intra‑erythrozytären Creatinkonzentration: +399 µmol/L (95 % CI −269 bis +1066) bei 0,5 mmol/L, +685 µmol/L ( +17 bis +1352) bei 1,0 mmol/L, +1 146 µmol/L ( +431 bis +1 766) bei 1,5 mmol/L und +1 098 µmol/L ( +431 bis +1 766) bei 2,0 mmol/L. Der Gesamteffekt war statistisch signifikant (p < 0,001).
Ergebnisse: plasmatische Creatinkonzentration
Die Änderungen der plasmatischen Creatinkonzentration im Vergleich zum Placebo betrugen –16 µmol/L (‑301 bis +270) bei 0,5 mmol/L, +21 µmol/L (‑264 bis +307) bei 1,0 mmol/L, +119 µmol/L (‑264 bis +307) bei 1,5 mmol/L und +163 µmol/L (‑122 bis +449) bei 2,0 mmol/L. Auch hier war der Gesamteffekt signifikant (p = 0,002).
Verträglichkeit und Sicherheit
Die Creatin‑Supplementierung wurde insgesamt gut vertragen. Ein Patient in der 1,5‑mmol/L‑Gruppe brach die Behandlung wegen eines potenziellen Nebenwirkungsverdachts ab; schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten nicht auf.
Schlussfolgerung
Die intradialytische Verabreichung von Creatin ist ein umsetzbares, sicheres und gut verträgliches Verfahren, das die zirkulierenden Creatinkonzentrationen bei Hämodialyse‑Patienten signifikant erhöht. Die Ergebnisse begründen die Durchführung einer größeren, randomisierten kontrollierten Studie zur Bewertung möglicher Effekte auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität und das Mortalitätsrisiko dieser Patientengruppe.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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