In Santa Marta, Kolumbien, trafen sich Vertreter von mehr als 53 Staaten, Unternehmen, Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Organisationen, um im Rahmen der Veranstaltung „Transition Away from Fossil Fuels“ (TAFF) Wege aus der fossilen Energieversorgung zu erörtern. Die Konferenz begann am Montag und endet am Mittwoch, wobei sie als erste internationale diplomatische Zusammenkunft gilt, die sich ausschlieĂźlich mit den praktischen Aspekten des Ausstiegs aus kohlenstoffintensiven Brennstoffen beschäftigt.
Hintergrund der Konferenz
Obwohl TAFF nicht von den Vereinten Nationen organisiert wird, nahmen hochrangige UN‑Vertreter an der Veranstaltung teil. Der Sonderberater des Generalsekretärs für Klimaschutz und den gerechten Übergang, Selwin Hart, betonte, dass die aktuelle globale Energiekrise, ausgelöst durch den Konflikt im Iran, die Anfälligkeit eines auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiesystems offenbart habe.
Aussagen des UN‑Vertreters
Hart wies darauf hin, dass drei von vier Menschen in Ländern leben, die Nettoimporteur von fossilen Brennstoffen sind. Diese Abhängigkeit mache sie anfällig für Schocks, die sie weder verursacht noch kontrollieren können. Er bezeichnete den Ausstieg als Sicherheits‑, Wirtschafts‑ und Entwicklungsimperativ und hob hervor, dass erneuerbare Energien wie Wind und Sonne Stabilität, Souveränität und Kontrolle über die eigene Energiezukunft bieten. Laut Hart haben fast 800 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu Strom.
Marktbewegungen und erneuerbare Energien
Martin Krause, Direktor der Klimawandel‑Abteilung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), beobachtet, dass erneuerbare Technologien in vielen Märkten bereits wettbewerbsfähig und häufig günstiger als fossile Alternativen sind. Er sieht in der aktuellen Preisvolatilität der Energiemärkte einen möglichen Wendepunkt für die breitflächige Einführung von Solar‑ und Windkraft.
Auswirkungen auf Verbraucher
Der Experte erklärte, dass die Krise nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Inflation von Lebensmitteln und Konsumgütern befehle, weil zahlreiche Produkte von Öl‑ und Gaspreisen abhängen. In besonders betroffenen Ländern seien Haushalte kaum in der Lage, Klimaanlagen oder Beleuchtung zu betreiben, weil die Importabhängigkeit von fossilen Brennstoffen ihre Wirtschaft langfristig belastet.
Ausblick
Hart forderte die Teilnehmer auf, das Santa‑Marta‑Forum als Startpunkt für ein neues Kooperationsmodell zu nutzen und zu signalisieren, dass der Kurs weg von fossilen Brennstoffen unumkehrbar sei. Die Organisatoren streben an, dass die Veranstaltung konkrete Partnerschaften und Maßnahmen hervorbringt, um den Übergang mit Zielstrebigkeit, Zusammenarbeit und Dringlichkeit zu beschleunigen.
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