Deutschland: Jugend forscht 2026 – Rekordbeteiligung und neue Preisträger
Rekordbeteiligung und Auszeichnungen
Deutschland feierte die Verleihung der Preise des Wettbewerbs „Jugend forscht“ 2026, bei dem 11.327 Jungforscher aus dem ganzen Land teilnahmen – ein Anstieg von fast 10 % gegenĂĽber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 6.302 Forschungsprojekte eingereicht und die besten fĂĽnf Arbeiten pro Fachgebiet mit Geld‑ und Sachpreisen ausgezeichnet.
Bedeutung der MINT‑Fächer
Der Bundesbildungsminister betonte, dass die Zukunft des Landes maßgeblich von den MINT‑Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) geprägt sei. Er verwies darauf, dass Datenanalyse und Künstliche Intelligenz heute für nahezu jede Forschungsarbeit unverzichtbar sind und dass junge Menschen früh die Freude am Forschen entdecken sollten.
Bundeskanzlerpreis fĂĽr Tim Kammel
Der 18‑jährige Tim Kammel aus Lemgo erhielt den „Preis des Bundeskanzlers fĂĽr die originellste Arbeit“ fĂĽr seine Untersuchung der Physik von Sanduhren. Mit einem eigenen Versuchsaufbau analysierte er den Einfluss verschiedener Ă–ffnungsgrößen und Trichterformen auf das Strömungs‑ und Laufverhalten von Sand und entwickelte eine Computersimulation, die technische Prozesse wie das Entleeren groĂźer Getreidesilos besser verständlich machen könnte. Der Bundeskanzler Friedrich Merz wird Kammel am 15. September 2026 im Bundeskanzleramt persönlich treffen.
Weitere Preisträger
Im Fachgebiet 3D‑Druck untersuchte Götz Anft (19) aus Niedersachsen den Einfluss von Feuchtigkeitsgehalt auf die Druckqualität von Filamenten. Jamila‑Cate Tran (20) aus Niedersachsen zeigte in einer Studie, dass SGLT‑2‑Hemmer die Nierenfunktion nach Transplantationen um 36 % verbessern und die Sterblichkeit um 45 % senken. Ein Team aus Bayern (Levi Jekic, Lennart Antritter, Alexander Kluge) identifizierte ein Mischungsverhältnis für eine Bismut‑Zinn‑Zink‑Aluminium‑Legierung, das Korrosionsschutz bei hohen Temperaturen gewährleistet. Weitere Auszeichnungen gingen an Alexander Leukert und Leon Heinisch (Satellitensimulation), Malte Rauschenbach (Energie‑effizienter KI‑Übersetzer), Ben Waldmann (Axion‑Sterne‑Modell), Stefan Weiß (tragbarer Multifunktions‑Kalibrator) und Vincent Nack (KI‑basiertes Telefonbetrugserkennungssystem).
Preis des Bundespräsidenten
Der Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier verlieh den „Preis fĂĽr eine auĂźergewöhnliche Arbeit“ an die 14‑jährigen Zwillinge Viyona und Aarav Singh aus Sunnyvale, USA. Sie zeigten, dass physikbasierte Modelle die Vorhersage von Proteinstrukturen genauer machen als reine KI‑Modelle.
Statistik und Geschlechterverhältnis
Der Frauenanteil lag bei 41 % und erreichte damit den zweithöchsten Wert in der Geschichte des Wettbewerbs. Die Bundesbildungsministerin verwies darauf, dass dies die Attraktivität des Wettbewerbs für junge Menschen deutlich beweise.
Nächste Wettbewerbsrunde
Der Startschuss für die 62. Wettbewerbsrunde fällt am 1. Juli 2026; Bewerbungen können bis zum 30. November 2026 eingereicht werden.
Geschichte des Wettbewerbs
Der Wettbewerb wurde vor 61 Jahren von dem damaligen Stern‑Chefredakteur Henri Nannen initiiert. Seitdem haben mehr als 350.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen.
Ausblick
Die Veranstalter betonten, dass die Förderung von Nachwuchsforschung weiterhin ein zentrales Ziel sei, um den gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundesregierung, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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