Jugendliche aus Kroatien, Serbien und Bosnien‑Herzegowina beteiligen sich im Jahr 2026 an außerschulischen Bildungsprogrammen, um die Zusammenarbeit in der Region zu stärken und ein gemeinsames Verständnis der Vergangenheit zu entwickeln.
Hintergrund der Initiative
Während Politiker vermehrt nationalistische Rhetorik nutzen und gesellschaftliche Spaltungen vertiefen, setzen zivilgesellschaftliche Organisationen seit fast drei Jahrzehnten auf Austauschprogramme, die jungen Menschen Raum für Dialog und kritische Reflexion bieten.
Formate und Inhalte
Workshops in Sarajevo, Studienreisen nach Zagreb und gemeinsame Projekte in Belgrad ermöglichen den Teilnehmenden, Verantwortung, Erinnerungskultur und die Folgen der Kriege der 1990er‑Jahre zu diskutieren und kritisches Denken zu schulen.
Stimmen aus der Bewegung
Vid Radičević, 22 Jahre alt, aus Zemun, betont, dass die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern das Verständnis ohne Übersetzung fördert und dazu beiträgt, die eigene Umgebung offener zu gestalten.
Enis Mlivić, 24 Jahre alt, aus Breza, erklärt, dass die Vernetzung mit Gleichgesinnten in Belgrad, Zagreb, Podgorica oder Pristina das Gefühl der Isolation überwindet und neue Ressourcen, Wissen und Stärke liefert.
Konkrete Aktivitäten
Gemeinsame Kampagnen gegen Hassrede, Unterstützung von Aktivisten, Teilnahme an Gedenkveranstaltungen und künstlerische Auftritte zeigen, wie junge Menschen Solidarität praktisch umsetzen.
Herausforderungen
Begrenzte Ressourcen der Zivilgesellschaft, politischer Druck, Leugnung von Kriegsverbrechen und die Instrumentalisierung von Kriegstrauma erschweren den Dialog und erhöhen das Misstrauen.
Ausblick und Perspektiven
Tena Vizinger, 21 Jahre alt, aus Zagreb, sieht in der gemeinsamen Aufarbeitung der Vergangenheit einen Baustein für den EU‑Beitritt und fordert strukturelle Änderungen im Bildungssystem, um den Dialog langfristig zu verankern.
Fazit
Durch Workshops, Besuche von Gedenkstätten und gemeinsame Forschungsprojekte bauen Jugendliche Netzwerke des Vertrauens auf, öffnen den Raum für Dialog und legen damit die Grundlage für nachhaltigen Frieden in der Region.
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