Deutschland: Engagement junger Menschen im Ehrenamt bleibt hoch
Kernfakten zum Engagement
Die Bereitschaft von Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren, sich ehrenamtlich zu engagieren, liegt laut Angaben des Bundesministeriums fĂĽr Familie, Senioren, Frauen und Jugend bei 42 %. Werden auch Personen berĂĽcksichtigt, die sich ein Engagement vorstellen könnten, steigt die Quote auf rund 90 %. Die Experten betonten, dass diese Zahlen im Gegensatz zu verbreiteten Klischees als „hoch und stabil“ zu bewerten seien.
Stellungnahmen der Experten
Daniela Broda, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings, verwies auf die Notwendigkeit verlässlicher Strukturen, um die vorhandene Motivation in tatsächliches Engagement zu überführen. Stefan Raid, Erster Vorsitzender der Deutschen Sportjugend, forderte mehr öffentliche Investitionen in die Rahmenbedingungen des Ehrenamts. Louise Charters, Bundesleiter der Katholischen jungen Gemeinde, wies auf Unsicherheiten bei rechtlichen Vorgaben hin, die als Hürde für junge Engagierte wirken.
Forderungen zu Struktur und BĂĽrokratieabbau
Peter Zehetleitner, einer der Bundessprecher des Bundesfreiwilligendienstes, betonte, dass Bürokratie eine wesentliche Engagementbremse darstelle. Er forderte wirksame Kontrollen zur Wahrung der Arbeitsmarktneutralität des Freiwilligendienstes und warnte vor einem Missbrauch junger Freiwilliger als billige Arbeitskräfte. Nach seiner Aussage sei eine transparente Aufsicht und verlässliche Anerkennung entscheidend für den Nachwuchsschutz.
Finanzierungsbedarf
Der Bundesjugendring hat seit 2022 zusätzliche Bedarfe in Höhe von sechs Millionen Euro gemeldet. Um diese vollständig zu decken, sei eine weitere Erhöhung um zwei Millionen Euro erforderlich. Die Experten betonten, dass die Mittel perspektivisch dynamisiert werden sollten, wie im Koalitionsvertrag angekündigt.
Rechtliche Klarheit und Projektbedingungen
Charters forderte klare, verständliche und transparente Darlegung rechtlicher Bestimmungen sowie begleitende Beratungsangebote. Zudem seien verlängerte Projektzeiträume, flexibel einsetzbare Mittel und Erleichterungen im Antragsprozess notwendig, um die Hemmschwelle für junge Engagierte zu senken.
Ausblick und weitere MaĂźnahmen
Raid verwies darauf, dass das klassische Bild des lebenslangen Ehrenamtlers nicht mehr der Realität junger Menschen entspreche. Die Deutsche Sportjugend biete deshalb Qualifizierungen, Netzwerke, Mentoringprogramme und Junior-Teams an, um einen niedrigschwelligen Einstieg zu ermöglichen. Gleichzeitig sei ein Abbau von Haftungsrisiken und eine öffentliche Anerkennung erforderlich, um das Ehrenamt langfristig zu stärken.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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