Ein Gesetzentwurf, der von kalifornischen Gesetzgebern erneut behandelt wird, sieht vor, dass Entwickler von generativen KI‑Systemen sämtliche urheberrechtlich geschützten Werke, die zum Training verwendet werden, identifizieren und offenlegen müssen.
Umfang der geforderten Nachweise
Der Gesetzentwurf verlangt von den Entwicklern, eine fortlaufende Liste aller registrierten urheberrechtlichen Werke zu fĂĽhren, die in Trainingsdaten enthalten sind. In der Praxis sei ein solches Vorgehen jedoch kaum realisierbar, da es keine maschinenlesbare Gesamtdatenbank aller urheberrechtlich geschĂĽtzten Inhalte gibt.
Technische HĂĽrden bei der Datenerfassung
Viele Urheberrechte werden ohne öffentlich zugängliche Musterbeispiele registriert, etwa proprietärer Quellcode. Im Internet variieren die Angaben zu Urheberrechten stark: Ein Bild kann im Copyright‑Register stehen, ein anderes unter einer Creative‑Commons‑Lizenz veröffentlicht sein oder gemeinfrei sein. Die geforderte kontinuierliche Gegenüberstellung großer Datenmengen mit einem nicht‑dafür konzipierten Register stelle eine erhebliche Belastung dar.
Betroffene Akteure ĂĽber groĂźe Unternehmen hinaus
Die Definition des Gesetzes umfasst jede Person oder Organisation, die ein generatives KI‑Modell in Kalifornien bereitstellt, einschließlich unabhängiger Entwickler, Open‑Source‑Projekte und gemeinnütziger Einrichtungen. Während jüngste Änderungen Ausnahmen für Hochschulen und Behörden einführen, bleiben zahlreiche nicht‑kommerzielle Akteure ohne ausreichende Ressourcen.
Folgen fĂĽr kleinere Unternehmen und Innovation
Nach Angaben der Electronic Frontier Foundation würden große Unternehmen Compliance‑Teams und Rechtsabteilungen einsetzen, um die Vorgaben zu erfüllen, während kleinere Unternehmen und unabhängige Entwickler die Kosten möglicherweise nicht tragen könnten. Dies könnte die Markteintritts‑ und Innovationsmöglichkeiten erheblich einschränken.
Rechtlicher Kontext auf Bundesebene
Die EFF weist darauf hin, dass das Urheberrecht bereits auf Bundesebene geregelt sei und laufende Gerichtsverfahren Fragen zu Fair‑Use und transformativer Nutzung von KI‑Trainingsdaten klären. Das Bundesrecht biete sowohl Urhebern als auch Nutzern ein einheitliches Regelwerk, das durch den Gesetzentwurf nicht verbessert, sondern durch zusätzliche staatliche Vorgaben erschwert werde.
Zusammenfassung der Kritik
Die Electronic Frontier Foundation fasst zusammen, dass der Gesetzentwurf ein schwer umsetzbares Compliance‑Problem darstelle, das vor allem kleine Entwickler und Forscher abschrecken könne, ohne klare Vorteile für Urheber zu bieten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Offene journalistische Inhalte.
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