Kamerun setzt auf umweltfreundliche Holzkohle für sauberes Kochen
Kamerun fördert den Umstieg auf öko‑Holzkohle als Teil seiner Strategie, den Zugang zu sauberem Kochen bis 2030 von 23,4 % auf 40 % zu erhöhen. Die Maßnahme soll Gesundheitsschäden reduzieren, Waldverlust eindämmen und die nationalen Klimaziele unterstützen.
Hintergrund in Subsahara‑Afrika
Laut einem Bericht von The Earth & I aus dem Jahr 2025 erreichen nur zwei Länder – Südafrika (90 %) und Gabun (91 %) – ein hohes Maß an sauberem Kochen. Weltweit fehlen laut WHO im Januar 2022 etwa 2,1 Milliarden Menschen der Zugang zu sauberer Kochenergie, wobei das Verbrennen von Holz für Holzkohle jährlich rund 815.000 vorzeitige Todesfälle verursacht.
Umweltbelastung durch herkömmliche Holzkohle
Zwischen 2001 und 2025 verlor Kamerun mehr als 2 Millionen Hektar Wald, weil Holz vorrangig für die Energieversorgung verwendet wurde. Der fortgesetzte Baumbestandverlust erhöht den CO₂‑Gehalt in der Atmosphäre, weil weniger Bäume das Treibhausgas binden können.
Rechtlicher Rahmen
Im Jahr 2024 trat ein neues Forstgesetz in Kraft, das strengere Kontrollen beim Holzeinschlag, verbesserte Überwachungssysteme und die Beteiligung lokaler Gemeinschaften vorsieht. Ergänzend regelt das Hygienegesetz (Gesetz Nr. 92/020 von 1992) die Abfallwirtschaft, sanitäre Bedingungen und den Gesundheitsschutz.
Internationale Unterstützung
Kamerun beteiligt sich an REDD+ und FLEGT, Programmen, die Emissionen aus Entwaldung reduzieren und illegale Holzhandelspraktiken bekämpfen. Diese Initiativen sollen die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder stärken.
Praxisbeispiele für öko‑Holzkohle
Martin Antoine Issepe berichtet, dass die Nutzung von öko‑Holzkohle aus Abfällen wie Kokos‑ und Palmenschalen die Abholzung verringert. Lisa Tembe ergänzt, dass die neue Holzkohle kaum schwarzen Rauch erzeugt und dadurch Atemwegserkrankungen reduziert sowie die Reinigung von Kochgeschirr erleichtert.
Industrie‑Einblicke
Maurice Wofo, Technischer Direktor der Stema Group in Yaoundé, erklärt, dass die Rohstoffe für die Produktion Pflanzenabfälle wie Bananen‑, Maniok‑ und Kartoffelschalen, Kokosnussschalen sowie Maisstängel umfassen. Der Verbrennungsprozess sei zwar CO₂‑intensiv, jedoch finde er in Wäldern statt, die das freigesetzte Gas wieder aufnehmen können.
Experte‑Meinung und Ausblick
Muller Nandou Tenkeu, CEO von KEMIT ECOLOGY SARL, betont, dass saubere Kochsysteme angesichts der wachsenden Bevölkerung von 30 Millionen Menschen unverzichtbar seien. Er verweist auf die jährlichen Ausschreibungen des National Prototype Support Fund seit 2021 und auf das nationale Energiekompakt, das die Zielrate von 40 % bis 2030 festgelegt hat.
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