Deutschland: Keine akute Kerosinknappheit, aber steigende Preise belasten Tourismusbranche
Aktuelle Lage
Die Bundesregierung teilte am Mittwoch im Ausschuss für Tourismus mit, dass derzeit keine akute Knappheit bei der Versorgung mit Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) besteht, jedoch erhebliche Preissteigerungen die Reisebranche belasten. Die Aussage erfolgte unter Leitung der Ausschussvorsitzenden Anja Karliczek (CDU).
Produktionskapazitäten
Vertreter der Mineralöl- und Luftfahrtwirtschaft berichteten einhellig, dass keine physischen Engpässe vorliegen. Viele deutsche und europäische Raffinerien verfügen über Spielräume, den Kerosinanteil zu erhöhen, indem sie die Produktion von Diesel und Heizöl reduzieren. Einige Anlagen haben bereits den Kerosinanteil maximiert.
Auswirkungen auf Flugverbindungen
Aufgrund der gestiegenen Kerosinkosten wurden bereits einige Flugverbindungen gestrichen oder zusammengelegt. Diese Marktreaktion trage dazu bei, das Defizit zu verringern, während preisliche Eingriffe seitens der Regierung nicht geplant seien.
Lagerbestände und Versorgungssicherheit
Der monatliche Kerosinverbrauch schwanke je nach Jahreszeit zwischen etwa 650.000 und 900.000 Tonnen. Der Erdölbevorratungsverband (EBV) halte rund 1,1 Millionen Tonnen in Reserven, die Industrie verfüge über weitere etwa 300.000 Tonnen. Unter Annahme einer fortdauernden Sperrung der Straße von Hormus und eingeschränkter Importe könne der deutsche Bedarf für etwa fünf Monate gedeckt werden.
Prognosen und europäisches Monitoring
Die Bundesregierung betonte, dass aus den verfügbaren Daten keine Aussage über die Gesamtsituation in Europa abgeleitet werden könne. Deshalb sprach sie sich für ein europäisches Monitoring aus, um die Lage kontinuierlich zu bewerten.
Parlamentarische Anfragen
Die AfD‑Fraktion erkundigte sich nach der Belastbarkeit der fünf‑Monats‑Prognose, während die SPD‑Fraktion nach einer gesicherten Datenlage in der EU fragte. Die CDU/CSU‑Fraktion interessierte sich für Flugverbindungen in den asiatischen Raum, die Grünen wiesen auf mögliche Kerosinknappheit in Zielregionen hin, und die Linke verlangte Nachweise für die angenommene Reservenreichweite. Zusätzlich wurden Fragen zu synthetischen Kraftstoffen (E‑Fuels) und deren Beitrag zur Unabhängigkeit von Importen gestellt.
Regierungsposition
Die Regierung bestätigte, dass trotz der Preissteigerungen keine Preisinterventionen geplant seien und betonte die Notwendigkeit, die Situation weiter zu beobachten.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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