Auf der UN-Klimakonferenz COP30 in Belém präsentierte der kenianische Filmemacher Emily Wanja Nderitu Programme, die afrikanische Klimageschichten in die globale Politik einfließen lassen sollen. In Zusammenarbeit mit Doc Society arbeitet er daran, lokale Narrative zu stärken und Entscheidungsträger zu erreichen.
Hintergrund des Filmemachers
Emily Wanja Nderitu begann 2016 als Impact‑Producer für den preisgekrönten Dokumentarfilm „Thank You for the Rain“, der die Geschichte eines kenianischen Bauern beleuchtet. Der Film habe ihm gezeigt, dass Erzählungen die fehlende Verbindung zwischen Alltagserfahrung und globaler Politik bilden können.
Initiativen für Klimakommunikation
Als Impact‑Producer bei Doc Society leitet der Filmemacher zwei Programme: die Democracy Story Unit und die Climate Story Labs. Beide Formate verbinden Kunst, Wissenschaft und Politik, um Geschichten zu entwickeln, die über die reine Filmproduktion hinaus Wirkung zeigen.
Methodik und Zusammenarbeit
In den Labs werden Filmemacher, Aktivisten, Wissenschaftler und Politiker zusammengebracht, um zu erörtern, welche Geschichten gerade wo benötigt werden und wie sie über das Medium Film hinaus Bestand haben können. Der Ansatz sei bewusst menschlich und afrikanisch geprägt, statt rein technischer Klimakommunikation.
Nachweisliche Wirkung
Ein Film‑Screening zu Landrechten in Kenia löste ein Bürgertreffen aus, das lokale Führungskräfte zur Überarbeitung einer veralteten Wasserpolitik veranlasste. In Südafrika inspirierte ein Foto‑Projekt zur Dürre ein Schul‑Garten‑Programm. Beide Beispiele zeigen, dass Wirkung nicht immer mediale Aufmerksamkeit benötigt, sondern vor Ort wirksam sein kann.
Afrikanisches Wissen als Ressource
Der Filmemacher betont, dass das enge Verhältnis zur Natur – von Ritualen bis zu Erntezyklen – Afrikas geheime Stärke im Klimakampf sei. Dieses generationsübergreifende Wissen müsse modernisiert und in globale Diskurse eingebracht werden, anstatt von rein wissenschaftlichen Lösungsansätzen überschattet zu werden.
Zukunftsperspektiven
Für die Zukunft strebt Nderitu an, dass lokale Geschichten die Basis globaler Klimaprioritäten bilden. Er fordert, dass Glauben und Handeln durch authentische Erzählungen geformt werden, weil „Veränderung beginnt mit Geschichte“. Der Filmemacher bleibt optimistisch, dass mehr Anerkennung für afrikanische Stimmen den Abstand zwischen Sichtbarkeit und Wert schließen wird.
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