Ein KI‑Geodaten‑Grundmodell wurde erstmals auf einer Raumfahrtplattform betrieben, um Erdbeobachtungsdaten direkt im All zu analysieren. Die Demonstration erfolgte im Juni 2026, als das Modell auf dem Kanyini‑Satelliten der südaustralischen Regierung und dem IMAGIN‑e‑Payload der Internationalen Raumstation installiert wurde. Ziel war, die Möglichkeiten der schnellen Auswertung von Umweltphänomenen zu prüfen.
In‑Orbit‑Demonstration
Die Forscher von der Universität Adelaide und dem SmartSat Cooperative Research Center luden eine komprimierte Version des Prithvi‑Modells auf die beiden Plattformen hoch. Dabei wurden die Fähigkeiten zur Erkennung von Überschwemmungen und Wolken in Echtzeit getestet, wobei die Ergebnisse mit den jeweiligen Bodendaten verglichen wurden.
Modelltraining und Anwendungsbereiche
Prithvi wurde mit mehr als einem Jahrzehnt an Daten aus den Satelliten Landsat und Sentinel‑2 trainiert, insgesamt 13 Jahre an Bildmaterial. Das Modell lässt sich für Aufgaben wie Flutkartierung, Katastrophenüberwachung und Ertragsprognosen von Nutzpflanzen anpassen, indem es mit wenigen gekennzeichneten Beispielen feinjustiert wird.
Projektleitung und offene Quelle
Der leitende Forscher, Dr. Andrew Du, betonte, dass die offene Verfügbarkeit des Modells die Entwicklungszeit erheblich verkürzt habe. Ohne die Open‑Source‑Version hätte er ein eigenes Grundmodell trainieren müssen, was deutlich mehr Ressourcen erfordert hätte.
Aussagen der NASA‑Leitung
Kevin Murphy, Chief Science Data Officer der NASA, erklärte, dass das Teilen von Werkzeugen mit der Öffentlichkeit die wissenschaftliche und technologische Entwicklung beschleunige. Er sah in der Orbital‑Demonstration ein Beispiel dafür, wie offene KI‑Modelle neue Anwendungsfelder erschließen können.
Vorteile der Verarbeitung im Weltraum
Durch die Vorverarbeitung der Daten im Orbit können Forscher schneller Erkenntnisse gewinnen, weil die übertragene Datenmenge reduziert wird. Das Modell ist leichtgewichtig und lässt sich durch das Hochladen kleiner Decoder‑Pakete für neue Aufgaben erweitern, ohne dass das gesamte Modell neu übertragen werden muss.
ZukĂĽnftige Entwicklungen
Die NASA plant weitere Grundmodelle für heliophysikalische, planetarische und astrophysikalische Daten. Das 2025 veröffentlichte Modell „Surya“ für heliophysikalische Anwendungen ist bereits in Betrieb, und weitere Modelle für biologische und physikalische Wissenschaften sollen folgen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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