International: Kinder in Venezuela nach den Erdbeben von Juni 2026 mit Traumata, Vertreibung und Ernährungsunsicherheit konfrontiert
Fast 3,9 Millionen Kinder leben in den von den Erdbeben am 24. Juni 2026 betroffenen Gebieten Venezuelas, wobei zahlreiche Familien in provisorischen Unterkünften Zuflucht suchen und gleichzeitig mit fehlender Nahrung, psychischer Belastung und unzureichender medizinischer Versorgung kämpfen.
Hintergrund der Erdbeben
Am 24. Juni ereigneten sich zwei starke Erdbeben entlang der Nordküste Venezuelas, die insbesondere die Städte La Guaira und Caracas schwer beschädigten. Zahlreiche Gebäude wurden zu Trümmern, während andere Strukturen als instabil gelten und jederzeit einstürzen könnten.
Auswirkungen auf Kinder
Laut UNICEF sind fast 3,9 Millionen Kinder von den Katastrophen betroffen. Viele von ihnen haben ihr Zuhause verloren und leben nun in Zelten oder provisorischen Schlafplätzen, wo sie mit Lärm, Regen und ständiger Angst vor weiteren Erschütterungen konfrontiert sind.
Psychische Belastungen
Janet Guerra, Psychologin an der Andrés‑Bello‑Universität, erklärt, dass Kinder im Alter von null bis fünf Jahren Ereignisse nicht logisch verarbeiten können, sie jedoch körperlich und emotional „eingraviert“ bleiben. Ohne gezielte Unterstützung könnten sich Angst und emotionale Dysregulation bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.
Ernährungsunsicherheit
Marianella Herrera, Ernährungsberaterin der Bengoa‑Stiftung, weist darauf hin, dass die Unterbrechung fester Essgewohnheiten in den Notunterkünften zu kritischen Ernährungsdefiziten führen kann. Während die Gemeinschaftsküchen Grundnahrungsmittel wie Reis, Bohnen und Arepas bereitstellen, fehlen häufig Milch, Formeln und spezielle Nahrung für Kleinkinder.
Versorgungsdefizite
Gloria Perdomo von Redhnna kritisiert, dass staatliche Schutzbehörden stark geschwächt und ohne ausreichendes Budget, Transportmittel oder Sozialarbeiter arbeiten. Internationale Hilfsprogramme seien zudem durch Kürzungen und behördliche Beschränkungen beeinträchtigt.
Reaktionen der Hilfsorganisationen
Verschiedene NGOs und lokale Sozialarbeiter, darunter Argelia Escalona vom Cecodap, betonen die Notwendigkeit einer intensiveren Beobachtung des Verhaltens von Kleinkindern und einer besseren Unterstützung der Pflegenden, um sowohl die körperliche als auch die emotionale Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.
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