International: Kinderärzte in Spanien und Italien unterstützen RSV‑Immunisierung trotz Wissenslücken
Eine aktuelle Befragung von Kinderärzten in Spanien und Italien untersuchte deren Wissen, Einstellung und wahrgenommene Hindernisse gegenüber neuen RSV‑Immunisierungsstrategien, darunter Nirsevimab und die mütterliche Impfung. Die Erhebung erfolgte im Juli‑August 2024, wobei in Zypern/Griechenland ebenfalls Daten erhoben wurden, die jedoch im Hauptauswertungsschritt kaum berücksichtigt wurden.
Studienumfang und Teilnehmende
Insgesamt beantworteten 578 Kinderärzte den Fragebogen, was einer Rücklaufquote von 19,3 % entspricht. Die Stichprobe setzte sich zu 50 % aus spanischen, zu 40 % aus italienischen und zu 10 % aus zyprisch‑griechischen Ärzten zusammen; 90 % der Antworten stammten aus Spanien und Italien. Die Befragten arbeiteten in Gemeinschaftspraxen (51,7 %), tertiären Zentren (30,4 %) sowie in primären bzw. sekundären Versorgungsstrukturen (17,9 %).
Wissensstand zu neuen Impfstoffen
Laut der Studie gaben 245 Befragte (55,9 %) an, über durchschnittliche bis geringe Kenntnisse zu Nirsevimab zu verfügen, während 375 Ärzte (86,0 %) ihr Wissen über die mütterliche RSV‑Impfung als durchschnittlich bis gering einschätzten. Unterschiede zwischen den Ländern waren statistisch signifikant (p = 0,002).
Einstellung zu Nirsevimab
Trotz der Wissenslücken erklärten 311 Kinderärzte (85,9 %) ihre Bereitschaft, Nirsevimab zu verabreichen, und 319 Befragte (92,2 %) befürworteten dessen Anwendung bei allen Säuglingen.
Barrieren bei der Umsetzung
Ungewohntheit und logistische Herausforderungen wurden von 69 Ärzten (20,0 %) als wesentliche Hindernisse für die Einführung von Nirsevimab genannt.
Präferenz für die mütterliche Impfung
165 Befragte (47,4 %) gaben an, die mütterliche Impfung gegenüber Nirsevimab stark zu bevorzugen.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse zeigen, dass Kinderärzte die RSV‑Immunisierung grundsätzlich unterstützen, jedoch vorhandene Wissensdefizite und praktische Hürden die frühe Implementierung erschweren könnten. Die Autoren betonen, dass gezielte Fortbildungsmaßnahmen nötig seien, um die Akzeptanz und den Einsatz neuer Präventionsstrategien zu optimieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung