Eine Analyse der globalen Datenbank „Global Burden of Disease 2023“ hat den Verlauf der Belastung durch Pertussis bei Kindern von 1990 bis 2023 untersucht und Prognosen für die nächsten zehn Jahre erstellt. Die Untersuchung umfasst die Kennzahlen Mortalität, DALYs, Prävalenz und Inzidenz und zeigt, dass die Werte weltweit stark zurückgegangen sind, während die Vorhersagen für 2024‑2033 einen Anstieg der altersstandardisierten Mortalitäts‑ und DALY‑Raten erwarten lassen.
Methodik
Forscher nutzten eine sekundäre Analyse der GBD‑2023‑Daten. Für die Ermittlung des durchschnittlichen jährlichen prozentualen Wandels (AAPC) kam ein Join‑Point‑Regressionsmodell zum Einsatz. Die zukünftige Entwicklung wurde mit einem ARIMA‑Modell (autoregressive integrated moving average) prognostiziert und mittels Ljung‑Box‑Test auf Angemessenheit geprüft.
Globale Trends
Weltweit sank die Mortalitätsrate bei Säuglingen im Alter von 1‑5 Monaten um 57,7 % – von 108,09 pro 100 000 im Jahr 1990 auf 45,73 pro 100 000 im Jahr 2023. Auch die altersstandardisierten Raten für beide Geschlechter sowie in allen SDI‑Regionen verzeichneten kontinuierliche Rückgänge.
Situation in China
In China erreichten die vier Kennzahlen bei Säuglingen von 1‑5 Monaten ihren Höchststand und nahmen mit zunehmendem Alter stetig ab. Der APC der Prävalenz und Inzidenz zeigte in drei Zeiträumen (1995‑2004, 2009‑2018, 2018‑2021) signifikante Rückgänge, während er in den Intervallen 2004‑2009 und 2021‑2023 anstieg.
Prognosen 2024‑2033
Das ARIMA‑Modell sagt voraus, dass die altersstandardisierten Mortalitäts‑ und DALY‑Raten in den kommenden zehn Jahren steigen werden, während Prävalenz und Inzidenz insgesamt weiter zurückgehen. Für die besonders gefährdete Gruppe der Säuglinge von 1‑5 Monaten werden jedoch leichte Zunahmen erwartet: Die Prävalenz soll von 277,59 auf 284,04 pro 100 000 und die Inzidenz von 2 026,43 auf 2 073,46 pro 100 000 steigen.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse verdeutlichen die anhaltend hohe Belastung von Pertussis bei Säuglingen und legen nahe, dass Präventions‑ und Behandlungsstrategien angepasst werden müssen, um einen weiteren Anstieg zu verhindern. Einschränkungen der Studie ergeben sich aus der ausschließlichen Nutzung von GBD‑Daten und der Modellannahme für die Zukunftsprognosen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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