Kleine Waldrodungen verursachen über die Hälfte der tropischen Kohlenstoffverluste
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass winzige Abholungen von weniger als zwei Hektar zwischen 1990 und 2020 für mehr als die Hälfte der gesamten Netto‑Kohlenstoffverluste in den Tropen verantwortlich sind. Die Analyse deckt auf, dass diese kleinen Flächen nur etwa 5 % der insgesamt gestörten Fläche ausmachen, jedoch 56 % der Netto‑Emissionen erzeugen.
Methodik
Die Wissenschaftler des Laboratory for Climate and Environmental Sciences (LSCE) kombinierten sub‑hektarische Satellitenaufnahmen mit neu entwickelten Biomasse‑Wiederherstellungskurven und erstellten Karten mit einer räumlichen Auflösung von 30 Metern. Diese Vorgehensweise ermöglichte eine detaillierte Buchführung von Kohlenstoffverlusten und -gewinnen über drei Jahrzehnte.
Ergebnisse
Die Untersuchung ergab, dass in den tropischen Feuchtwäldern zwischen 1990 und 2020 rund 16 Milliarden Tonnen Kohlenstoff verloren gingen, während in den tropischen Trockenwäldern ein Ausgleich zwischen Verlusten und Wiederaufbau bestand. Trotz der geringen Fläche von kleinen Rodungen treiben sie den größten Teil der Netto‑Verluste an.
Regionale Unterschiede
In den feuchten Wäldern führt menschliche Nutzung – etwa landwirtschaftliche Ausdehnung, Weideflächen, Straßenbau und Siedlungen – häufig zu dauerhaften Emissionen, weil die Regeneration stark eingeschränkt ist. Im Gegensatz dazu können Feuer in Trockenwäldern nach und nach zu geringeren Emissionen führen, da die Brennstofflast abnimmt.
Implikationen für die Klimapolitik
Für die Hauptautoren Yidi Xu und Philippe Ciais heißt das: „Unser Ansatz zeigt, dass kleine menschliche Eingriffe, nicht nur großflächige Rodungen oder Brände, die Mehrheit der tropischen Kohlenstoffverluste ausmachen.“ Sie betonen, dass gezielte Maßnahmen gegen schrittweise landwirtschaftliche Expansion, besonders in Afrika, eine größere Wirkung erzielen könnten.
Stellungnahme der ESA
Clement Albergel, Leiter des Bereichs Actionable Climate Information bei der ESA, erklärte: „Selbst die kleinsten Rodungen haben erhebliche Auswirkungen. Langfristige Beobachtungsdaten sind entscheidend, um Veränderungen zu verstehen und zu verfolgen.“
Anwendung der Ergebnisse
Die hochauflösende Rekonstruktion kann nationale Kohlenstoffbilanzen verbessern, REDD+‑Initiativen unterstützen und gezielte Eingriffe ermöglichen, indem sie exakt aufzeigt, wo Verluste auftreten und wo sich Wälder erholen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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