Klimaangst wird durch verschiedene Messinstrumente als ein gemeinsames Konstrukt erfasst
Studienumfang und Zielsetzung
Eine aktuelle Studie mit 1.003 Teilnehmern hat die Struktur von Messinstrumenten zur Klimaangst untersucht. Ziel war es, die Validität des Climate Anxiety Scale (CAS) und des Hogg Eco-Anxiety Scale (HEAS) zu prüfen und zu ermitteln, ob beide Instrumente dasselbe übergeordnete Konstrukt messen.
Methodik und Messinstrumente
Die Forscher führten eine Faktorenanalyse durch, in der beide Skalen gleichzeitig in ein Messmodell eingebettet wurden. Das Modell enthielt einen höheren allgemeinen Faktor (CAS‑g‑Faktor) sowie vier Unterfaktoren des HEAS. Die Passung des Modells wurde anhand etablierter Fit‑Indizes bewertet.
Ergebnisse der Faktorenanalyse
Die Analyse zeigte, dass sowohl der CAS als auch die HEAS‑Faktoren denselben übergeordneten Faktor abbilden, den die Autoren als „Klimaangst“ bezeichnen. Das gemeinsame Messmodell wies gute Fit‑Werte auf, was die Annahme einer einheitlichen Messgröße stützt.
Zusammenhänge mit verwandten Konstrukten
Der übergeordnete Klimaangst‑Faktor korrelierte signifikant mit klimabezogener Risikowahrnehmung und Neurotizismus, blieb jedoch von diesen Konstrukten klar abgegrenzt. Zudem bestand ein starker Zusammenhang mit politischer Partizipation, während die Korrelation mit Selbstwirksamkeit im Bereich emissionsreduzierenden Verhaltens gering und eine Assoziation mit klimabedingter Erschöpfung nicht nachweisbar war.
Bedeutung für zukünftige Forschung
Die Autoren schließen, dass die bislang vorhandenen Messinstrumente im Wesentlichen dasselbe Phänomen erfassen und empfehlen, zukünftige Validierungsstudien einheitlich auf diesem gemeinsamen Faktor aufzubauen. Sie betonen zudem, dass niedrige durchschnittliche Werte von Klimaangst in der allgemeinen Bevölkerung beobachtet wurden.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse legen nahe, dass hohe Ausprägungen von Klimaangst nicht zu einem lähmenden Verhalten führen, sondern eher mit einer leichten Aktivierung, etwa durch politisches Engagement, einhergehen. Die Studie liefert damit wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung von Messinstrumenten und für die Gestaltung von Interventionsstrategien.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Übertragung
