Deutschland: Klimarat prognostiziert Verfehlung der deutschen Klimaziele bis 2030
Bericht des Klimarates
Der unabhängige Expertenrat für Klimafragen hat in seinem Prüfbericht festgestellt, dass Deutschland seine Klimaziele für das Jahr 2030 voraussichtlich nicht erreichen wird. Der Bericht bezieht sich auf die Treibhausgasemissionen des Jahres 2025 und die Projektionsdaten für 2026, die von der Bundesregierung als Unterrichtung (21/6175) vorgelegt wurden.
Abweichungen von den Zielvorgaben
Im Gegensatz zu den im März veröffentlichten Projektionen des Bundesumweltministeriums, die ein knappes Erreichen des Klimabudgets für 2021‑2030 erwarten, rechnet der Klimarat mit einer Überschreitung von ein bis 1,6 Prozent. Die Analyse beruht auf den Berechnungen von fünf Wissenschaftlern, die eine deutlich langsamere Reduktion der THG‑Emissionen in den Projektionsdaten 2026 feststellen.
Folgen fĂĽr langfristige Klimaziele
Der Bericht warnt, dass sich die Zielverfehlungen im Zeitverlauf verstärken könnten, insbesondere nach 2030. Das 65‑Prozent‑Reduktionsziel für 2030, das 88‑Prozent‑Ziel für 2040, die Vorgaben für den Sektor LULUCF (Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) für 2030, 2040 und 2045 sowie das Ziel der Treibhausgas‑Neutralität für 2045 und die Zielvorgabe negativer Emissionen nach 2050 zunehmend gefährdet seien.
Kritik am Klimaschutzprogramm 2026
Der Klimarat bewertet das am 25. März vorgestellte Klimaschutzprogramm 2026 als unzureichend. Die darin enthaltenen Maßnahmen würden nicht ausreichen, um die Ziele für 2030 und 2040 zu erreichen. Der Rat fordert eine rasche Überarbeitung des Programms, da andernfalls bereits im Jahr 2027 eine Überschreitung des Klimabudgets zu erwarten sei.
Rechtlicher Handlungsbedarf
Laut § 8 Absatz 1 Satz 2 des Klimaschutzgesetzes ist die Bundesregierung verpflichtet, Nachbesserungen vorzunehmen, wenn der Klimarat in zwei aufeinanderfolgenden Jahren eine Zielüberschreitung feststellt. Der aktuelle Bericht stellt die zweite solche Feststellung dar.
Empfehlungen des Gremiums
Die Wissenschaftler betonen die Notwendigkeit einer umfassenden Einbettung der Klimaschutzpolitik in eine übergreifende Gesamtstrategie. Dabei sollen soziale Verteilungswirkungen und ökonomische Folgen stärker berücksichtigt werden, um die Erreichung der Klimaziele zu sichern.
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