Eine im Rahmen einer randomisierten Kontrollstudie erhobene Kohorte von 153 erwachsenen Personen mit Post‑COVID‑19‑Zustand (PCC) wurde hinsichtlich ihres körperlichen Aktivitätsniveaus untersucht. Von diesen lieferten 141 Personen (76,6 % männlich, Altersbereich 18‑80 Jahre) valide Daten, die mit einem ActiGraph‑Beschleunigungssensor über acht aufeinanderfolgende Tage erfasst wurden.
Messmethodik
Der primäre Aktivitätsparameter war die durchschnittliche 24‑Stunden‑Euclidean Norm Minus One (ENMO), gemessen in Milligravitations‑Einheiten (mg). Als sekundärer Parameter diente der Intensitätsgradient, der die Verteilung der Aktivitätsintensität über den Tag beschreibt. Beide Parameter wurden in multivariaten linearen Regressionsmodellen ausgewertet, wobei vordefinierte Kovariaten wie Alter, Geschlecht und Bildungsstand berücksichtigt wurden.
Ergebnisübersicht
Der mediane ENMO‑Wert betrug 9,03 mg (Interquartilsabstand 7,2‑11,2 mg), was auf ein insgesamt niedriges Aktivitätsniveau hinweist. Die mittlere tägliche Zeit, die in moderater körperlicher Aktivität verbracht wurde, lag bei 45,9 Minuten (IQR 32,1‑61,2 Minuten), während die Zeit in vigorer Aktivität nur 0,16 Minute (IQR 0,04‑0,6 Minute) betrug.
Einflussfaktoren auf das Aktivitätsniveau
In den Regressionsanalysen zeigte sich, dass das Vorhandensein einer chronischen symptomatischen Erkrankung neben PCC mit einem niedrigeren ENMO‑Wert verbunden war (β = ‑1,77, 95 %‑KI = ‑2,93 bis ‑0,61). Gleichzeitig war ein höheres Fatigue‑Level mit einem leicht erhöhten ENMO assoziiert (β = 0,09, 95 %‑KI = 0,02 bis 0,16). Eine bessere funktionale Kapazität war mit einem höheren ENMO verbunden (β = 0,14, 95 %‑KI = 0,05 bis 0,24). Für den Intensitätsgradienten wurden ein höherer Bildungsabschluss sowie eine höhere funktionale Kapazität als förderliche Faktoren identifiziert.
Interpretation und Grenzen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass zusätzliche chronische Erkrankungen, Fatigue, funktionale Leistungsfähigkeit und Bildungsniveau zentrale Determinanten der körperlichen Aktivität bei Personen mit PCC darstellen. Die Studie liefert objektive Messwerte, lässt jedoch keine kausalen Rückschlüsse zu, da das Design querschnittlich ist und potenzielle Confounder nicht vollständig ausschließen kann.
Implikationen für die Praxis
Die identifizierten Einflussfaktoren könnten Ansatzpunkte für gezielte therapeutische Interventionen bieten, die darauf abzielen, das Aktivitätsniveau von Betroffenen zu erhöhen. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit spezifischer Programme zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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