Eine aktuelle Studie zeigt, dass die gleichzeitige Messung von Fibrinogen‑Abbau‑Produkt (FDP), Thrombomodulin (TM) und dem maximalen Amplitudenwert (MA) der Thromboelastographie bei Patienten mit traumatischer Fraktur die Vorhersage von venöser Thromboembolie (VTE) signifikant erhöht. Das kombinierte Modell erreichte eine Fläche unter der ROC‑Kurve (AUC) von 0,860, eine Sensitivität von 70,5 % und eine Spezifität von 85,7 %.
Studienaufbau
Insgesamt wurden 100 Patienten mit traumatischer Fraktur in die Untersuchung aufgenommen und anhand bildgebender Verfahren in eine VTE‑Gruppe (n = 44) und eine Kontrollgruppe (n = 56) eingeteilt. Alle Proben wurden zum Zeitpunkt der Aufnahme entnommen und anschließend im Labor analysiert.
Laborparameter
Die VTE‑Gruppe wies deutlich höhere D‑Dimer‑Konzentrationen von 8,87 mg/L (Interquartilsbereich 4,77–15,07) im Vergleich zu 2,36 mg/L (1,07–5,73) in der Kontrollgruppe auf (p < 0,001). FDP‑Werte lagen bei 36,45 µg/mL (11,34–73,75) versus 7,96 µg/mL (4,57–12,73) (p < 0,001). TM‑Konzentrationen waren mit 11,74 TU/mL (9,26–13,27) ebenfalls erhöht gegenüber 8,60 TU/mL (7,20–11,60) (p = 0,001). Bei den Thromboelastographie‑Parametern zeigte sich ein höheres MA von 72,06 ± 7,61 mm gegenüber 67,03 ± 7,21 mm (p = 0,001) und ein erhöhter G‑Wert von 13 259,75 d/sc (9 346,48–18 545,83) im Vergleich zu 9 659,70 d/sc (8 009,33–13 480,40) (p = 0,004). Die Blutgerinnungsrate war hingegen leicht reduziert (1,25 [0,83–1,40] vs. 1,30 [1,10–1,58], p = 0,037).
Statistische Analysen
Eine lineare Korrelationsanalyse ergab signifikante positive Zusammenhänge zwischen der Thrombozytenzahl und MA (r = 0,612, p < 0,001) sowie G (r = 0,588, p < 0,001). In einer multivariaten logistischen Schritt‑weise‑Regression erwiesen sich FDP (OR = 1,047, 95 %‑KI 1,025–1,070, p < 0,001), TM (OR = 1,215, 95 %‑KI 1,033–1,429, p = 0,019) und MA (OR = 1,104, 95 %‑KI 1,026–1,188, p = 0,008) als unabhängige Risikofaktoren für das Auftreten einer VTE.
Diagnostische Leistungsfähigkeit
Die ROC‑Kurvenanalyse für das kombinierte Modell aus FDP, TM und MA zeigte die höchste diagnostische Wirksamkeit mit einer AUC von 0,860 (95 %‑KI 0,789–0,931). Die Schwelle, die die optimale Balance zwischen Sensitivität und Spezifität gewährleistet, lag bei einem kombinierten Score, der 70,5 % der VTE‑Fälle korrekt identifizierte und 85,7 % der Nicht‑VTE‑Fälle ausschloss.
Implikationen fĂĽr die klinische Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass die kombinierte Bestimmung von FDP, TM und MA eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Screening‑Methoden darstellt und Ärzten ermöglicht, das Risiko einer VTE bei Patienten nach Fraktur frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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