USA: Kommunikationsbedarf von Krebspatienten in Ghana – Scoping-Review
Eine aktuelle Scoping-Review hat den Kommunikations- und Informationsbedarf von Krebspatienten in Ghana untersucht und dabei acht Studien aus den Jahren 2019 bis 2023 analysiert. Die Analyse zeigt, dass Patienten in Ghana ein starkes Verlangen nach umfassenden Informationen zu ihrer Erkrankung und eine aktive Beteiligung an therapeutischen Entscheidungen haben. Gleichzeitig wurden signifikante Defizite in der Zugänglichkeit von Informationen und in der Einbindung der Patienten seitens der Gesundheitsversorgung festgestellt.
Methodik
Die Forscher führten eine systematische Suche in den Datenbanken PubMed, Web of Science, CINAHL, EMBASE und PsycINFO durch, wobei Schlüsselwörter und MeSH-Begriffe zu Krebs, Kommunikation und Ghana kombiniert wurden. Die Untersuchung folgte dem fünfstufigen Rahmen von Arksey und O’Malley sowie den PRISMA‑ScR‑Richtlinien, um Transparenz und Vollständigkeit sicherzustellen.
Identifizierte Themenbereiche
Die Auswertung ergab zwei übergeordnete Themen mit mehreren Unterkategorien. Der erste Themenbereich umfasst die Erfahrungen von Patienten mit Information und Kommunikation, darunter das Verstecken von Informationen, Unterbrechungen im Kommunikationsfluss, das Überbringen schlechter Nachrichten und ein Machtgefälle, das zu einer hohen Deferenz gegenüber dem medizinischen Personal führt.
Der zweite Themenbereich beschreibt die konkreten Bedürfnisse und Erwartungen der Patienten. Diese umfassen detaillierte Auskünfte über die Krankheitslage, die geplanten Therapien, die Prognose, kontinuierliche Informationsversorgung sowie die Möglichkeit, aktiv an Entscheidungsprozessen teilzunehmen.
Implikationen für die Praxis
Die Ergebnisse legen nahe, dass gezielte, kultursensible Kommunikationsinterventionen erforderlich sind, um die identifizierten Lücken zu schließen. Solche Interventionen sollten darauf abzielen, die Zugänglichkeit von Informationen zu verbessern, die Erklärungsqualität von Ärzten zu erhöhen und die Partizipation der Patienten in Entscheidungsfindungen zu stärken.
Die Autoren betonen, dass die entwickelten Leitlinien nicht nur für Ghana, sondern auch für andere afrikanische Länder mit ähnlichen soziokulturellen und gesundheitssystemischen Rahmenbedingungen von Nutzen sein könnten.
Als Einschränkung wird die relativ geringe Anzahl von Studien und deren Konzentration auf einen kurzen Zeitraum von fünf Jahren genannt, was die Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränken könnte.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
