Im September 2026 zeigte eine Umfrage der Europäischen Zentralbank, dass die Kreditbedingungen für alle Gegenparteien im Euroraum im dritten Quartal leicht gelockert wurden. Der Trend setzte die Lockerung der vorangegangenen drei Befragungsrunden fort.
Preis‑ und Nicht‑Preis‑Konditionen
Die Erleichterung erfolgte vor allem bei den Preis‑Konditionen. Nicht‑Preis‑Konditionen lockerten sich leicht für Banken und Händler, während sie für Hedgefonds geringfügig straffer wurden und für andere Gegenparteien unverändert blieben.
Nachfrage nach Wertpapierfinanzierung
Die Nachfrage nach Finanzierung gesichert durch verschiedene Sicherheiten stieg, insbesondere bei Aktien, wo ein Nettozuwachs von 27 % der Befragten verzeichnet wurde. Die Finanzierungszinsen bzw. Spreads erhöhten sich für bevorzugte Kunden über alle Sicherheitenklassen, während sie für durchschnittliche Kunden nur bei Staatsanleihen und Wandelanleihen zunahmen. Gleichzeitig sanken die Haircuts bei den meisten Anleihe‑ und Asset‑Backed‑Securities‑Sicherheiten.
Entwicklung im OTC‑Derivatebereich
Bei nicht‑zentral abgewickelten OTC‑Derivaten fielen die Anfangsmargen für Devisen, Zinsen, Aktien und mehrere Kreditderivate leicht. Die maximale Exposition und die Laufzeiten blieben weitgehend stabil. Die Anzahl und Dauer von Bewertungsstreitigkeiten nahmen insbesondere bei Kreditderivaten zu.
Umfrageumfang und Methodik
Die Ergebnisse beruhen auf den Rückmeldungen von 26 großen Banken, davon 14 aus dem Euroraum und 12 mit Hauptsitz außerhalb. Die Befragung deckte den Zeitraum von Juni bis August 2026 ab, ein Zeitraum, der von Unsicherheiten im Nahen Osten und schwankenden Energiepreisen geprägt war.
Ausblick
Die befragten Institute erwarten für die nächsten drei Monate eine weitere leichte Lockerung der Kreditbedingungen für alle Gegenparteien.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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