Am 20. Mai 2026 fand in Genf ein interministerielles Treffen zum Thema Polio im Horn von Afrika und Jemen statt, bei dem Vertreter von Djibouti, Äthiopien, Kenia, Somalia, Südsudan und Jemen ihre Verpflichtung bekräftigten, die Übertragung von Variante‑Poliovirus bis Ende 2027 zu beenden. Die Schwerpunkte lagen auf einer verstärkten grenzüberschreitenden Koordination, einer intensiveren Überwachung und synchronisierten Impfaktionen.
Teilnehmer und Rahmenbedingungen
Das Treffen wurde gemeinsam von der WHO‑Regionale Büro für Afrika (AFRO) und dem WHO‑Regionalbüro für den Nahen Osten (EMRO) organisiert und von WHO‑Regionaldirektor für Afrika, Prof. Mohamed Janabi, geleitet. Neben den Gesundheitsministern der genannten Länder nahmen Vertreter der Global Polio Eradication Initiative (GPEI) und der Intergovernmental Authority on Development (IGAD) teil.
Herausforderungen und aktuelle Lage
Die Region bleibt durch grenzüberschreitende Bevölkerungsbewegungen, humanitäre Krisen, Unsicherheit und Immunitätslücken gekennzeichnet. Somalia kämpft seit 2017 mit einem anhaltenden Ausbruch von cVDPV2, während Jemen seit 2021 452 Kinder durch cVDPV2 paralysiert hat. Trotz dieser Belastungen verzeichneten Kenia seit Juli 2024 keine Poliovirus‑Fälle, Äthiopien reduzierte die Nachweise von cVDPV‑Typ 1 und 2 im Jahr 2025 um 98 % und Djibouti meldete seit Mai 2025 keine Nachweise mehr.
Erklärungen der Minister
Der somalische Gesundheitsminister Ali Haji Adam betonte die Notwendigkeit, Kinder ohne Impfungen zu erreichen und die grenzüberschreitende Mobilität zu adressieren. Der äthiopische Gesundheitsminister Mekdes Daba verwies auf die Bedeutung hochwertiger Impfkampagnen und einer stärkeren Routine‑Immunisierung, insbesondere in Grenzgebieten. WHO‑Regionaldirektor Mohamed Janabi erinnerte daran, dass ein stärkeres grenzüberschreitendes Vorgehen und robuste Surveillance entscheidend seien, um das Ziel 2027 zu erreichen.
Finanzierung und Ausblick
Die Minister wiesen auf ein schwieriges globales Finanzierungsumfeld und sinkende externe Mittel für die Polio‑Eradikation hin. Sie forderten verstärkte nationale Ressourcenmobilisierung und effiziente Umsetzung von Maßnahmen, um Fortschritte trotz steigender Kosten und anderer Gesundheitsprioritäten zu sichern. Unterstützer wie das King Salman Humanitarian Aid and Relief Center und die Mohammad bin Zayed Humanitarian Foundation tragen zur Stärkung der Impfprogramme bei.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Weltgesundheitsorganisation, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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