In Ontario wurde zwischen 2013 und 2020 eine bevölkerungsbasierte Kohorte von 1.820.808 Personen mit erstmaliger Benzodiazepinverschreibung untersucht, um den Zusammenhang zwischen Merkmalen der Anfangsverschreibung und der Dauer der Medikamentennutzung zu analysieren.
Studienpopulation und Versorgungscharakteristika
Die Teilnehmenden hatten ein mittleres Alter von 53 Jahren (Interquartilsabstand 38–67). Die am häufigsten verordnete Substanz war Lorazepam (63,9 %), gefolgt von Clonazepam (17,3 %) und Diazepam (5,8 %).
Einfluss der Verschreibungsdauer
Im Vergleich zu einer Anfangsverschreibung von höchstens sieben Tagen zeigte sich bei einer Dauer von 8–14 Tagen ein um 46 % reduziertes Anhalten der Therapie (adjustiertes Hazard Ratio [aHR] 0,54, 95 %‑KI 0,54–0,54). Bei 15–30 Tagen sank die Wahrscheinlichkeit um 74 % (aHR 0,26, 95 %‑KI 0,25–0,26) und bei mehr als 30 Tagen um 86 % (aHR 0,14, 95 %‑KI 0,14–0,14).
Weitere Verschreibungseigenschaften
Die Verordnung von zwei oder mehr Benzodiazepinen gleichzeitig verringerte die Abbruchwahrscheinlichkeit ebenfalls (aHR 0,59, 95 %‑KI 0,57–0,61). Die Nutzung von langwirksamen Substanzen oder einer Kombination aus kurz‑ und langwirksamen Substanzen reduzierte das Anhalten im Vergleich zu ausschließlich kurzwirksamen Präparaten (aHR 0,80 bzw. 0,84).
Dosisabhängige Effekte
Durchschnittliche Tagesdosen von mehr als fünf bis zehn Diazepam‑Milligram‑Äquivalenten (DME) sowie von mehr als zehn bis zwanzig DME erhöhten die Abbruchwahrscheinlichkeit leicht (aHR 1,03, 95 %‑KI 1,03–1,04). Dosen über zwanzig DME hingegen waren mit einer geringeren Abbruchwahrscheinlichkeit verbunden (aHR 0,98, 95 %‑KI 0,97–0,98).
Implikationen fĂĽr die Praxis
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass kürzere Anfangsverschreibungen, die Verwendung eines einzelnen Benzodiazepins und die Wahl kurzwirksamer Präparate das Risiko einer langfristigen Nutzung verringern können, was potenziell die mit einer Langzeitanwendung verbundenen Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken reduziert.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
[Lizenzangabe]: ‚Creative Commons BY 4.0 (Open Access)‘
[Zusatz]: ‚ Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.‘
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