Eine groĂź angelegte Analyse von ĂĽber 91.000 britischen StudienÂteilnehmern zeigt, dass jede zusätzliche Stunde anhaltender sitzender Tätigkeit das Risiko fĂĽr eine tödliche Krebserkrankung um etwa 9 % erhöht. Gleichzeitig wird das Risiko reduziert, wenn diese Stunde durch leichte oder moderate körperliche Aktivität ersetzt wird.
Studienaufbau
Forscher nutzten Daten des UK Biobank, bei dem die Teilnehmenden über sieben Tage hinweg mittels Beschleunigungsmesser ihr Bewegungsverhalten aufzeichneten. Die Beobachtungszeit betrug median 12,38 Jahre (Interquartilsabstand 11,56–13,15 Jahre). Ein zweistufiges Verfahren auf Basis eines Random‑Forest‑Modells diente der Unterscheidung zwischen unterbrochenem und anhaltendem Sitzen.
Ergebnisse
Nach statistischer Anpassung an demografische, sozioökonomische, Lebensstil‑ und Gesundheitsfaktoren ergab das Modell einen Hazard‑Ratio (HR) von 1,09 pro zusätzlicher Stunde anhaltenden Sitzens für die Gesamtzahl an Krebs‑Todesfällen (95 %‑KI [1,06, 1,11]; p < 0,001).
Risiko durch langes Sitzen
Die Analyse zeigte, dass das Risiko nicht durch die Gesamtdauer des Sitzens, sondern durch dessen Ununterbrochenheit bestimmt wird. Prolongiertes Sitzen erwies sich als eigenständiger Risikofaktor für die Sterblichkeit an Krebs.
Vorteile von Aktivität
Isotemporale Substitutionsmodelle belegten, dass das Ersetzen einer Stunde pro Tag anhaltenden Sitzens durch leichte körperliche Aktivität das Risiko um 12 % senkt (HR 0,88; 95 %‑KI [0,79, 0,99]; p = 0,033). Der Austausch von 30 Minuten durch moderate Aktivität reduziert das Risiko um 8 % (HR 0,92; 95 %‑KI [0,86, 0,99]; p = 0,024).
BerĂĽcksichtigte Krebsarten
Die Untersuchung umfasste Gesamt‑Krebsinzidenz, krebsbedingte Sterblichkeit sowie Untergruppen von adipositäts‑ und Typ‑2‑Diabetes‑assoziierten Krebsarten und 23 einzelne Krebsarten.
Methodische Einschränkungen
Die Autoren weisen darauf hin, dass das Beobachtungsdesign potenzielle Restkonfundierung nicht ausschließen kann. Weitere Limitationen sind ein gesunder‑Freiwilligen‑Bias und Messungenauigkeiten, weil die Beschleunigungsmesser nur für sieben Tage getragen wurden.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse legen nahe, dass das Krebsrisiko speziell mit anhaltendem Sitzen zusammenhängt und durch das Einbauen von leichter bis moderater körperlicher Aktivität verringert werden kann. Die Studie unterstützt damit aktuelle Empfehlungen, sitzende Phasen zu unterbrechen und regelmäßige Bewegung in den Alltag zu integrieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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