Am 2. April 2026 erreichte ein schneller Lahar, ein Schlammstrom aus vulkanischem Material, die Stadt Buea im Südwesten Kameruns und überschwemmte mehrere Stadtteile mit schwarzem Wasser, obwohl kein Regen gemeldet war. Der Vorstoß des Wassers, der Asche und von Trümmern vom Mount Fako (Mount Cameroon) ausging, führte zu erheblichen Beeinträchtigungen von Wohngebieten, landwirtschaftlichen Flächen und Bildungseinrichtungen.
Lahar-Ereignis am 2. April 2026
Der Lahar bildete sich, weil lockeres vulkanisches Gestein nach einer langen Trockenperiode durch plötzlich einsetzende Regenfälle weggespült wurde. Experten betonten, dass solche Schlammströme nicht mit klassischen Starkregenfluten gleichzusetzen seien, da sie primär von gelockerten Vulkanablagerungen ausgehen.
Ursachen und wissenschaftliche Einschätzung
Pelagie Limunga, Umweltforscher und Doktorand an der Universität Buea, erklärte, dass die frühen Regenfälle zu hohem Oberflächenabfluss führen, weil der Boden zunächst kaum Wasser aufnehmen könne. Gleichzeitig hinterlasse die Trockenzeit feine vulkanische Sedimente, die leicht von Regenwasser erodiert werden. Limunga wies darauf hin, dass der Lahar keine Anzeichen erneuter vulkanischer Aktivität zeige, sondern vielmehr eine „regenbasierte Mobilisierung von vulkanischen Sedimenten“ darstelle.
FrĂĽhere Ereignisse
Seit dem letzten Ausbruch des Vulkans im Jahr 2000 kam es bereits 2020 zu einem ersten Lahar, der mehrere Stadtteile traf, sowie 2023 zu einem zweiten Ereignis, bei dem zwei Personen starben und vier verletzt wurden. Der aktuelle Vorfall ist damit der dritte in sechs Jahren.
Auswirkungen auf die Bevölkerung
Bewohner berichteten von erheblichen Schäden: Clara Efande musste ihr Gotteshaus evakuieren, Pascaline Mupian verlor Zugang zu ihrem Feld, das nun mit Flaschen und Hausabfällen verunreinigt sei, und Schüler der Bilingual Grammar School Molyko mussten den Weg zum Chemielabor im Wasser zurücklegen. Viele Bürger mussten Stunden damit verbringen, Wasser aus ihren Häusern zu entfernen und anschließend gründlich aufzuräumen.
Reaktion der Behörden
George Mafany Teke, Regionaldelegierter für Wissenschaft und Innovation, rief die Bürger zu Ruhe auf und betonte, dass das Phänomen Teil natürlicher Prozesse sei. Er empfehle, keine Bauten in der Nähe von Wasserläufen zu errichten und während Regenfällen Schluchten zu meiden. Das Nationale Observatorium für Klimawandel veröffentlichte am 1. April 2026 ein 10‑Tage‑Bulletin, das zwar Regen für die Region prognostizierte, Buea jedoch nicht als gefährdet auswies.
ZukĂĽnftige Risiken und Vorbereitung
Limunga warnte, dass steigende Regenvariabilität und die rasche Stadtentwicklung das Risiko weiterer, stärkerer Lahar‑Ereignisse erhöhen. Obwohl Risikokarten für Erdrutsche existieren, seien sie veraltet und nicht für einzelne Stadtteile verfügbar, sodass viele Bürger nicht wissen, wo sie sicher bauen oder sich vorbereiten können.
Ausblick
Die Gemeinschaft bleibt angesichts der Unsicherheit über die Stärke und Häufigkeit künftiger Lahar‑Ströme vorsichtig. Experten betonen die Notwendigkeit einer verbesserten Frühwarnung und einer detaillierten Kartierung, um die Resilienz der Stadt gegenüber solchen Naturgefahren zu stärken.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Creative Commons BY. Offene journalistische Inhalte.
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