Das einst riesige Lake Bonneville, das vor etwa 55.000 Jahren in einer kühlen, feuchten Phase entstand, hat heute ein vielfältiges Erbe hinterlassen: flache Salzflächen, steile Gebirgszüge und geologische Strukturen, die für aktuelle NASA‑Projekte genutzt werden. Die jüngsten Aufnahmen des Operational Land Imager (OLI) an Bord von Landsat 8 vom 4. Juni 2026 zeigen deutlich die ehemaligen Uferlinien, die heute als helle Playas und Salzflächen sichtbar sind.
Geologische Geschichte und heutige Landschaft
Der See erreichte seine maximale Ausdehnung, die fast der Größe des Lake Michigan entsprach, bevor ein natürlicher Damm am Red Rock Pass vor rund 18.000 Jahren brach und innerhalb von sechs Wochen einen Abfluss von über 350 Fuß (105 Meter) auslöste. In den folgenden Jahrtausenden schrumpfte das Becken stark, sodass heute der Great Salt Lake, der Utah Lake und der Sevier Lake als Relikte des einstigen Gewässers gelten.
Mineralische Ablagerungen und wirtschaftliche Nutzung
In den tiefen Bereichen des Beckens sammeln sich noch heute Grundwasser und Oberflächenabfluss, wodurch sich auf den Salzflächen dicke Evaporit‑Schichten aus Halit, Gips und kalium‑ sowie magnesiumhaltigen Salzen bilden. Diese Mineralien, insbesondere das für Düngemittel genutzte Kalium, werden seit Jahrzehnten abgebaut, wobei rechteckige Verdunstungsbecken die Gewinnung unterstützen.
NASA testet DAVINCI‑Technologie auf der Erde
Wissenschaftler nutzten das Gebiet um Crater Island im Juni 2026, um Kamerasysteme und Instrumente für die bevorstehende DAVINCI‑Mission zum Planeten Venus zu erproben. Während eines 60‑Minuten‑Deszents wurden hunderte Infrarot‑Bilder aus der Luft aufgenommen, aus denen dreidimensionale Karten erstellt wurden, die mit bestehenden geologischen Karten übereinstimmten. Die Tests sollen die spätere Kartierung von Venushöhen wie Alpha Regio ermöglichen.
Geschwindigkeitsrekorde auf den Salzflächen
Die flachen, glatten Oberflächen der Bonneville‑Salzflächen dienten seit jeher als Bühne für Rekordversuche. 1960 erreichte Mickey Thompson mit 406,60 Meilen pro Stunde (654,36 km/h) die 400‑Meilen‑Pro‑Stunde‑Marke. Im August 2026 stellte Andy Green mit einem wasserstoff‑betriebenen Verbrennungsmotor einen neuen Land‑Speed‑Record von 406,320 Meilen pro Stunde (653,909 km/h) auf, wobei kein CO₂‑Ausstoß entstand.
Historische Durchquerungen und kulturelle Spuren
Bereits 1846 durchquerten Mitglieder der Donner‑Reed‑Party die südliche Kante von Crater Island. Ihre schweren Wagen versanken im dünnen Salzkrusten‑Matsch, was zum Abbruch von Teilen ihrer Ausrüstung führte – ein frühes Beispiel für die schwierigen Bedingungen, die das Gebiet prägen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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