Eine landesweite Datenbereinigung im ersten Halbjahr 2024 hat die gemeldete Zahl von Menschen mit HIV, die in Mosambik antiretrovirale Therapie erhalten, um fast zehn Prozent reduziert.
Hintergrund und Zielsetzung
Die Diskrepanz zwischen den im nationalen System gemeldeten Zahlen von Menschen mit HIV (PLHIV) in Behandlung und den Daten aus Apotheken‑ und elektronischen Patientenakten hatte die Notwendigkeit einer Korrektur offengelegt. Ziel der Bereinigung war es, die Genauigkeit und Verlässlichkeit der veröffentlichten Zahlen zu erhöhen.
Methodik der Überprüfung
Alle 1 757 Gesundheitseinrichtungen mit ART‑Dienstleistungen verglichen ihre national gemeldeten Werte mit den klinischen Aufzeichnungen vor Ort sowie den Medikamenten‑Pick‑Up‑Daten aus den Apotheken. Datensätze, die sich bestätigen ließen, wurden als aktiv gekennzeichnet, nicht bestätigte als nicht aktiv.
Gesamtergebnis
Nach Abschluss der Überprüfung wurden die nationalen Meldungen angepasst. Die Zahl der PLHIV, die im Dezember 2023 als aktuell in Behandlung geführt wurden, sank von 2 166 941 auf 1 951 724 im Juni 2024 – ein Rückgang von 9,9 %.
Altersgruppen
Die Reduktion variierte nach Altersgruppen: Bei Kindern unter zehn Jahren fiel die Zahl um 28,7 %, bei Jugendlichen zwischen zehn und neunzehn Jahren um 26,4 % und bei Personen ab zwanzig Jahren um 8,0 %.
Provinciale Unterschiede
Provinzweise zeigte sich, dass Cabo Delgado den größten prozentualen Rückgang verzeichnete (21,1 % bzw. minus 28 799 PLHIV). Zambezia wies den größten absoluten Rückgang auf, nämlich 41 445 Fälle (‑8,9 %).
Auswirkungen auf epidemiologische Schätzungen
Die korrigierten Zahlen führten zu höheren Schätzungen für Neuinfektionen, AIDS‑bedingte Todesfälle und vertikale Übertragungen, wodurch ein realistischeres Bild der HIV‑Epidemie in Mosambik entsteht.
Bewertung des Berichtssystems
Die Ergebnisse verdeutlichen Schwächen papierbasierter Meldesysteme und unterstreichen den Bedarf an verbesserten Datenqualitätsmaßnahmen für fundierte Entscheidungen im Gesundheitssektor.
Ausblick
Die Behörden planen, digitale Erfassungsprozesse zu stärken und regelmäßige Datenvalidierungen durchzuführen, um zukünftige Diskrepanzen zu minimieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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