Landschlaganfälligkeit und soziale Benachteiligung im Westen von Mexiko‑Stadt im Fokus einer neuen Studie
Studie und Veröffentlichung
Am 9. Januar 2026 erschien im Fachjournal PLOS ONE ein Artikel mit dem Titel „Relationship between landslide susceptibility and social lag in Mexico City: The case of the west periphery“. Die Untersuchung wurde von den Autoren Mario Alejandro Mercado Mendoza, Armando Sánchez Vargas und Pierre Mokondoko durchgeführt. Ziel der Arbeit war es, mögliche Zusammenhänge zwischen der Anfälligkeit für Hangrutschungen und sozialen Benachteiligungen im westlichen Randgebiet von Mexiko‑Stadt zu identifizieren.
Methodik
Zur Erstellung von Gefährdungskarten wurden maschinelle Lernverfahren eingesetzt, die topografisch‑hydrologische Indikatoren sowie Daten zu Erdrutscharten, insbesondere Erdrutsch‑Erdflüssen, integrierten. Die Modelle wurden anhand von Geländedaten und historischen Rutschungsereignissen trainiert und validiert. Zusätzlich kamen Copula‑Modelle und SHAP‑Werte zum Einsatz, um die statistische Abhängigkeit zwischen landschaftlicher Gefährdung und sozialen Faktoren zu quantifizieren.
Sozialer Lag und Indikatoren
Der soziale Lag wurde anhand mehrerer Indikatoren ermittelt, darunter Bildungsdefizite, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Überbelegung von Haushalten und Wohnungsdefizite. Diese Variablen wurden zu einem zusammengesetzten Index zusammengefasst, der die soziale Benachteiligung in den untersuchten Stadtteilen widerspiegelt.
Ergebnisse
Die Analyse zeigte, dass in steilen, sozial benachteiligten Gebieten eine gleichzeitige hohe Anfälligkeit für Hangrutschungen und ein hoher sozialer Lag vorliegen. Im Gegensatz dazu wiesen wohlhabendere und infrastrukturell besser ausgestattete Zonen eine geringere Gefährdung auf. Der Bildungsdefizit erwies sich als wichtigster Vulnerabilitätsfaktor, gefolgt von eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsdiensten, Überbelegung und Wohnungsdefiziten.
Implikationen
Die Ergebnisse legen nahe, dass Maßnahmen zur Risikominimierung nicht nur technische Eingriffe wie Hangstabilisierung umfassen sollten, sondern auch sozialpolitische Interventionen, die Bildungs- und Gesundheitsangebote verbessern und Wohnungsengpässe verringern. Ein integrierter Ansatz könnte die Resilienz der betroffenen Bevölkerung erhöhen.
Datenverfügbarkeit
Alle für die Studie genutzten Datensätze stehen im öffentlichen Zenodo‑Repository unter https://zenodo.org/records/17156313 zur Verfügung. Die Autoren erklärten, dass keine spezifische Drittmittelfinanzierung für das Projekt bereitgestellt wurde und keine Interessenkonflikte bestehen.
Ausblick
Die Forscher betonten, dass zukünftige Arbeiten die Methodik auf weitere urbane Randgebiete ausweiten könnten, um die Generalisierbarkeit der Befunde zu prüfen und gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Übertragung
