Eine aktuelle Analyse von Daten der Health and Retirement Study, die 1992 bis 2022 erhoben wurden, identifizierte 5.423 Personen mit neu aufgetretenen Krebsdiagnosen und verglich deren Verläufe mit 17.530 kontrollierten Personen ohne Krebs. Die Untersuchung richtete sich auf Gesundheit, Lebensstil und ökonomische Indikatoren und erstreckte sich bis zu 24 Jahre vor und nach dem Diagnosezeitpunkt.
Gesundheitliche Entwicklungen
Zum Zeitpunkt der Diagnose verschlechterte sich das selbst eingeschätzte Gesundheitsniveau um 19 % und die funktionellen Einschränkungen nahmen um 44 % zu. Obwohl sich einige Werte später teilweise erholten, blieben Defizite bestehen. Depressive Symptome stiegen stark an und blieben über vier Jahre erhöht, während die kognitive Leistungsfähigkeit nach der Diagnose im Vergleich zu den Kontrollen höher ausfiel.
Veränderungen im Lebensstil
Rauchen nahm zum Diagnosezeitpunkt ab und blieb anschließend niedriger als bei den Kontrollen. Veränderungen des Body‑Mass‑Index und des Alkoholkonsums zeigten sich eher vorübergehend, während die körperliche Aktivität um bis zu sechs Jahre reduziert blieb.
Ökonomische Konsequenzen
Die Erwerbstätigkeit fiel unmittelbar nach der Diagnose stark zurück. Gleichzeitig stiegen die Eigenbeteiligungen an medizinischen Ausgaben um durchschnittlich 2.382 US‑Dollar (95 %‑KI: 1.705 bis 3.061 US‑Dollar), ein Unterschied, der über sechs Jahre anhielt. Das Sterberisiko blieb über den Beobachtungszeitraum hinweg erhöht und nahm bis zum sechsten Jahr weiter zu.
Methodischer Ansatz
Die Studie nutzte ein zeitzentriertes Design, bei dem alle Messungen an den Diagnosezeitpunkt (t₀) ausgerichtet wurden. Unterschiedliche Entwicklungen wurden mittels Fixed‑Effects‑Differenz‑in‑Differenzen‑Modellen analysiert, wobei exakte Übereinstimmung nach Geschlecht und ethnischer Herkunft sowie Propensity‑Score‑Abstimmung nach Alter und Einschlusswelle erfolgte.
Implikationen für die Nachsorge
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Krebsdiagnose tiefgreifende und langanhaltende Beeinträchtigungen in mehreren Lebensbereichen verursacht. Sie unterstreichen die Notwendigkeit umfassender Nachsorgeprogramme, die psychische Gesundheitsversorgung, Rehabilitation, Beratung zu Lebensstiländerungen und finanzielle Unterstützung integrieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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