Eine schwedische Kohortenstudie untersuchte das langfristige Risiko für kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen bei Frauen, die mit assistierter Reproduktionstechnologie (ART) ein Kind bekommen hatten. Die Analyse umfasste 380.756 Frauen, deren erste Geburt zwischen 1992 und 2002 stattfand, und verfolgte sie bis Ende 2023.
Studiendesign und Vergleichsgruppen
Forscher verglichen Frauen mit diagnostizierter Unfruchtbarkeit, die mittels ART schwanger wurden, mit Frauen mit Unfruchtbarkeit, die ohne ART schwangen. Zusätzlich wurden alle Frauen mit und ohne Unfruchtbarkeit gegenübergestellt. Die Auswertung berücksichtigte Alter, Body-Mass-Index, Herkunftsland, sozioökonomischen Status, Vorerkrankungen, Rauchverhalten und Geburtsjahr.
Ergebnisse für kardiovaskuläre Erkrankungen
Die Nutzung von ART zeigte keinen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für akuten Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Aortenaneurysmen oder -dissektionen sowie chronische Nierenerkrankungen. Ein signifikanter Befund war jedoch ein erhöhtes Risiko für zerebrale ischämische Ereignisse: Nach 30 Jahren betrug das Risikoverhältnis 1,44 (95 %‑Konfidenzintervall 1,09–1,90).
Einfluss der Unfruchtbarkeit selbst
Unabhängig von der ART‑Nutzung wiesen Frauen mit Unfruchtbarkeit über alle untersuchten Endpunkte hinweg höhere Risiken auf. Die Adjustierung für Basischarakteristika erklärte einen Teil, jedoch nicht die gesamte Risikosteigerung, was auf eine mögliche Markerfunktion der Unfruchtbarkeit für kardiometabolische Belastungen hindeutet.
Methodische Einschränkungen
Die Studie war durch die begrenzte Zahl von ART‑Exponierten und die geringe Ereignishäufigkeit in den frühen und späten Follow‑up‑Jahren gekennzeichnet, was zu breiteren Konfidenzintervallen führte. Zudem erstreckte sich der Beobachtungszeitraum nur über die ersten Jahre nach Einführung der ART.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass ART im Allgemeinen keine langfristigen kardiovaskulären oder metabolischen Risiken für Frauen birgt, mit Ausnahme eines moderat erhöhten Risikos für zerebrale Ischämien. Gleichzeitig bestätigt die Analyse, dass Unfruchtbarkeit selbst ein Indikator für ein erhöhtes kardiometabolisches Risiko sein kann.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Uebertragung