Eine zweijährige Längsschnittstudie mit 296 frühen Jugendlichen untersuchte, inwieweit die Bewertungen von Persönlichkeitsmerkmalen und sozialen Kompetenzen durch Schüler und deren Klassenlehrer übereinstimmen und ob sich diese Übereinstimmung im Zeitverlauf verändert.
Stichprobe und Beteiligte
Die Untersuchung umfasste 296 Schüler im Alter von durchschnittlich 12,37 Jahren zum ersten Erhebungszeitpunkt; davon waren 181 weiblich und 115 männlich. Die Bewertungen wurden von 28 Klassenlehrern vorgenommen, von denen 75 % weiblich waren.
Messinstrumente
Zur Erfassung der Persönlichkeitsmerkmale wurde das Big‑Five‑Inventory eingesetzt, während soziale Kompetenzen mit dem Social Skills Improvement System gemessen wurden.
Beobachtbare Merkmale zeigen höchste Übereinstimmung
Die Analyse ergab, dass die stärkste Übereinstimmung zwischen Schüler‑ und Lehrerbewertungen bei Merkmalen bestand, die sich gut beobachten lassen, etwa Offenheit und Gewissenhaftigkeit.
Geschlechtsspezifische Unterschiede bei sozialen Kompetenzen
Für weibliche Schüler zeigte sich eine höhere Übereinstimmung bei der Bewertung sozialer Kompetenzen im Vergleich zu männlichen Schülern.
Hohe zeitliche Stabilität
Sowohl die Persönlichkeitsmerkmale als auch die sozialen Kompetenzen wiesen über den zweijährigen Beobachtungszeitraum hinweg eine hohe Stabilität auf; es traten keine signifikanten Veränderungen in der Interrater‑Übereinstimmung auf.
Implikationen fĂĽr die Praxis
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die gezielte Beachtung von schwer zu beobachtenden Schülermerkmalen dazu beitragen kann, Entwicklungs‑, Schul‑ und soziale Probleme frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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