International: Langzeitstudie zu Omikron-Infektionen
Eine im Open‑Access‑Journal PLOS ONE veröffentlichte Fall‑Kontroll‑Studie hat gezeigt, dass ein Teil der nach einer Omikron‑Infektion über einen Zeitraum von bis zu 13 Monaten anhaltende Beschwerden aufweist. Besonders häufig traten Fatigue, kognitive Beeinträchtigung sowie psychische Belastungen auf.
Studienaufbau
Die Forschenden untersuchten zwei Gruppen: Personen mit anhaltenden Symptomen nach bestätigter Omikron‑Infektion (Long‑COVID‑Gruppe) und Antikörper‑geprüfte, nie infizierte Kontrollpersonen (NI‑Gruppe). Insgesamt wurden 24 Symptome in einem standardisierten Fragebogen erfasst und mit klinischen sowie laborchemischen Daten korreliert.
Ergebnisse
Der Gesamtsymptom‑Score war stark mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Long‑COVID assoziiert (adjustierter Odds‑Ratio (aOR) 1,21, 95 % CI 1,13–1,30, p < 0,001). Sub‑Analysen identifizierten Fatigue, kognitive Störungen, neurologische, kardio‑pulmonale und muskuloskelettale Beschwerden als besonders stark korrelierende Faktoren.
Unabhängig voneinander sagten sowohl mentale Beeinträchtigung (aOR 1,27, 95 % CI 1,14–1,42, p < 0,001) als auch Fatigue (aOR 1,27, 95 % CI 1,11–1,46, p < 0,001) das Auftreten von Long‑COVID voraus.
Ein höheres Auftreten selbst‑berichteter Infektionen während der Nachbeobachtungsphase erhöhte die Long‑COVID‑Wahrscheinlichkeit (aOR 1,57, 95 % CI 1,06–2,34, p = 0,025), während ein Zusammenhang mit Antibiotika‑Verwendung nicht nachgewiesen wurde.
Blutanalysen zeigten, dass niedrigere weiße Blutkörperchen‑Zahlen bei Frauen mit einer erhöhten Long‑COVID‑Wahrscheinlichkeit verbunden waren; bei Männern bestand kein signifikanter Zusammenhang.
Schlussfolgerungen
Ein Jahr nach einer Omikron‑Infektion leidet ein Teil der Betroffenen weiterhin unter einer erheblichen Symptomlast, insbesondere Fatigue, kognitive Defizite und psychische Belastungen, sowie einer erhöhten Anfälligkeit für weitere Infektionen. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an gezielten Nachsorge‑ und Therapieansätzen für Long‑COVID‑Patienten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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