Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Meta‑Analyse hat den Zusammenhang zwischen Konflikten zwischen Beruf und Familie und psychischen Gesundheitsindikatoren über einen langen Beobachtungszeitraum untersucht. Die Analyse umfasste 112.714 Beschäftigte aus 52 longitudinalen Studien und wurde in der Fachzeitschrift PLOS Medicine veröffentlicht.
Methodik
Die Untersuchung wurde prospectiv im Register PROSPERO (CRD42022325540) angemeldet. Für die Literatursuche wurden die Datenbanken PubMed, Web of Science, Scopus, PsycINFO sowie SinoMed im Zeitraum Februar–März 2026 abgefragt. Eingeschlossen wurden Originalstudien, die erwachsene Beschäftigte über die Zeit hinweg beobachteten und dabei Work‑to‑Family‑ oder Family‑to‑Work‑Konflikte als Expositionen und psychische Gesundheitsoutcomes als Resultate maßen. Die methodische Qualität wurde mit der Newcastle‑Ottawa‑Skala bewertet, und random‑effects‑Modelle wurden verwendet, um standardisierte Regressionskoeffizienten (β) zu berechnen.
Ergebnisse – Arbeit‑zu‑Familie
Work‑to‑Family‑Konflikte standen in signifikanter Beziehung zu depressiven Symptomen (β = 0,10, 95 % KI [0,06, 0,15]), Burnout (β = 0,11, 95 % KI [0,01, 0,21]) und allgemeiner psychischer Belastung (β = 0,13, 95 % KI [0,03, 0,24]). Diese Effekte blieben nach Anpassung an Basis‑Mental‑Health‑Werte und weitere Kovariaten bestehen.
Ergebnisse – Familie‑zu‑Arbeit
Auch Family‑to‑Work‑Konflikte zeigten signifikante Assoziationen, und zwar mit depressiven Symptomen (β = 0,09, 95 % KI [0,04, 0,15]) sowie Burnout (β = 0,08, 95 % KI [0,03, 0,13]). Die Analysen berücksichtigten vergleichbare Adjustierungen wie bei den Arbeit‑zu‑Familie‑Ergebnissen.
Subgruppen‑ und Bias‑Analyse
Die Untersuchung ergab keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Geschlecht, Beobachtungsdauer oder geografischer Lage der Studien. Hinweise auf Publikationsbias wurden identifiziert; jedoch lieferten Trim‑and‑Fill‑Sensitivitätsanalysen korrigierte Schätzungen, die den Hauptergebnissen weitgehend entsprachen.
Einschränkungen und Implikationen
Alle einbezogenen Studien waren Beobachtungsstudien, sodass ein kausaler Zusammenhang nicht abschließend bewiesen werden kann. Dennoch unterstreichen die konsistenten Langzeiteffekte die Notwendigkeit kontextspezifischer Politiken, die eine bessere Balance zwischen Beruf und Familie fördern und damit die psychische Gesundheit von Beschäftigten schützen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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