Umfang und Methodik des LONDA‑2025‑Reports
Der kürzlich veröffentlichte LONDA‑2025‑Report der Paradigm Initiative analysiert den Stand digitaler Rechte in 29 afrikanischen Staaten. Forschende bewerteten zwölf Indikatoren – darunter Internetabschaltungen, digitale Inklusion, Strafbarkeit falscher Nachrichten, Datenschutz und Kinderschutz – und vergaben dafür Punkte von insgesamt 60. Die Bewertung orientiert sich an den Vorgaben der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte und Völkerrechte (ACHPR).
Fortschritte in SĂĽdafrika
In Südafrika verzeichnete Botswana einen deutlichen Aufwärtstrend: Der Indexwert stieg von 28 im Jahr 2024 auf 35 im Jahr 2025, begünstigt durch das Inkrafttreten des Data‑Protection‑Act und des Access‑to‑Information‑Act. Zudem blieb das Land im Bewertungszeitraum frei von Internetabschaltungen. Namibia konnte durch sein Universal‑Service‑Fund‑Programm erstmals 4 G‑Zugang für mehr als 9 000 Bürger bereitstellen.
RĂĽckschritte in Sambia
Zambia hielt 2025 zunächst ein stabiles digitales Umfeld aufrecht, doch Anfang 2026 wurde die weltweit größte Konferenz für digitale Menschenrechtsverteidiger, RightsCon, kurzfristig abgesagt. Diese Entscheidung führte zu einem abrupten Rückgang des digitalen Freiraums und könnte den kommenden Bewertungswert des Landes stark mindern.
Gemischte Entwicklungen in Westafrika
Senegal erhöhte seinen Score von 34 auf 38, nachdem das ECOWAS‑Gericht den Staat wegen Internetabschaltungen 2023 verurteilte und die Regierung im Folgejahr das Netz durchgängig offen hielt. Im Gegensatz dazu sank Togos Wert von 29 auf 28, weil Behörden während Protesten im Juni 2025 den Zugang zu Plattformen wie WhatsApp, Facebook und Telegram stark einschränkten. Nigeria erfuhr einen leichten Rückgang von 36 auf 35, trotz aktiver Datenschutzkontrolle, weil die Telekommunikationskosten erstmals seit 2013 stiegen und intransparenten Content‑Takedowns weiter bestanden. Die Gambia erreichte mittels eines neuen Datenschutzgesetzes im November 2025 einen moderaten Fortschritt, bleibt jedoch ohne funktionierendes Universal‑Service‑Fund.
Herausforderungen in Nord‑ und Ostafrika
Ägypten verbesserte seinen Index von 32 auf 38, indem es die zweite Ausgabe seiner Nationalen KI‑Strategie veröffentlichte und eine Open‑Data‑Policy einführte, obwohl bestehende Gesetze unbegrenzte Überwachung zulassen. Sudan fiel auf 20 Punkte von 21 im Vorjahr, weil anhaltende Konflikte die Konnektivität zerstörten und Behörden während Prüfungen das Netz abschalteten. In Kenia kam es im Juni zu einer Drosselung des Internets während Unruhen und zu Einschränkungen von Telegram bei nationalen Prüfungen. Tanzania führte im Oktober bei den Wahlen einen kompletten Netzausfall durch, verbunden mit über 1 700 Verhaftungen und einer Sperre für die Plattform X.
Kontinuierliche Bedrohungen durch Netzabschaltungen
Die ACHPR setzte 2024 die Resolution 580 durch, die Staaten auffordert, das Internet vor, während und nach Wahlen offen und sicher zu halten. Aufbauend darauf folgte 2025 die Resolution 630, die Technologieunternehmen zu Transparenz und Menschenrechts‑Impact‑Assessments verpflichtet. Trotz dieser Vorgaben nutzten mehrere Regierungen Netzabschaltungen weiterhin als Druckmittel, etwa Kamerun, das zwischen dem 23. Oktober und dem 7. November 2025 die elektronische Kommunikation unterbrach, um die Bekanntgabe der Präsidentschaftsergebnisse zu verzögern.
Repressive Gesetzgebung und ihre Folgen
Verschiedene Staaten setzten bestehende Straf- und Cyber‑Gesetze ein, um kritische Stimmen zu mundtot zu machen. In Benin führte die Anwendung des Digital‑Code zur willkürlichen Verhaftung mehrerer Zeitungsredakteure und digitaler Aktivisten. Sicherheitskräfte in Somalia beschlagnahmten wiederholt elektronische Geräte von Journalisten ohne Anklage. Ghana missbrauchte das Electronic‑Communications‑Act, um Medienvertreter zu schikanieren, obwohl das Land die strafrechtliche Verleumdung bereits vor Jahren aufgehoben hatte.
Geschlechtsspezifische Risiken und digitale Kluft
Der Bericht dokumentierte ein zunehmendes Auftreten von technologie‑gestützter geschlechtsspezifischer Gewalt, insbesondere in Benin, wo Desinformationskampagnen Frauen aus der Politik drängen sollten. In Ländern wie Zimbabwe, Lesotho und Togo wurden Bürger durch gezielte Kommunikationsüberwachung unter Druck gesetzt. Während Botswana und Malawi Universal‑Service‑Funds für den Anschluss ländlicher Schulen nutzten, mangeln in vielen anderen Staaten Transparenz und Mittel, sodass marginalisierte Gruppen, darunter Menschen mit Behinderungen, vom digitalen Wirtschaftsleben ausgeschlossen bleiben.
Ausblick und kommunikative Initiativen
Der LONDA‑2025‑Report betont die Notwendigkeit, die dokumentierten Defizite durch konkrete Politiken zu beheben. Parallel dazu produzierte Paradigm Initiative
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