Männliche Motten nutzen Ultraschall von vertrockneten Pflanzen zur Eiablageentscheidung
Hintergrund
Ein kürzlich veröffentlichter Artikel in eLife beschreibt, dass weibliche Motten bei der Wahl ihres Eiablageortes akustische Signale von vertrockneten Pflanzen wahrnehmen. Die Untersuchung zeigte, dass die Motten in einer Versuchsanordnung ohne echte Pflanzen den Ultraschallgeräuschen, die von dehydrierten Pflanzen ausgehen, den Vorzug gaben.
Versuchsaufbau
Forscher stellten ein Arena‑System bereit, in dem auf einer Seite ein Lautsprecher kontinuierlich Ultraschallsignale wiedergab, die zuvor von vertrockneten Pflanzen aufgezeichnet worden waren. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde kein akustisches Signal erzeugt. Die Motten konnten beide Seiten frei erkunden, bevor sie ihre Eier ablegten.
Ergebnisse ohne Pflanzen
In Abwesenheit echter Pflanzen legten die Motten ihre Eier signifikant häufiger in der Nähe der akustischen Wiedergabe ab. Beobachtungen des Verhaltens zeigten, dass die Motten beide Bereiche der Arena prüften und mit der Zeit mehr Zeit auf der Seite mit Ultraschall verbrachten.
Ergebnisse mit Pflanzen
Wurde das Experiment um echte Pflanzen erweitert, kehrte die Präferenz um: Die Motten bevorzugten die stillen, mit Wasser versorgten Pflanzen gegenüber den lauten, dehydrierten Exemplaren. Dieses Ergebnis entspricht ihrer bekannten Vorliebe für hydratisierte Pflanzen.
Kontrollversuche
Durch das Taublegen der Motten, also das Ausschalten ihrer Hörfähigkeit, verschwand die Präferenz für die akustischen Signale vollständig. Zusätzlich zeigte sich, dass das Vorhandensein von männlichen Motten und deren eigenen akustischen Signalen keinen Einfluss auf die Eiablageentscheidung der Weibchen hatte.
Bedeutung der Befunde
Die Studie liefert den ersten Nachweis einer akustischen Interaktion zwischen Motten und Pflanzen. Sie legt nahe, dass Pflanzen über Ultraschallinformationen potenzielle Futter- oder Eiablageorte für Insekten signalisieren können.
Ausblick
Da Pflanzen ein breites Spektrum an Geräuschen erzeugen, könnten weitere bislang unbekannte akustische Kommunikationswege zwischen Pflanzen und Insekten existieren. Zukünftige Forschung könnte diese Signale systematisch untersuchen und deren ökologische Relevanz bewerten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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