Die malaysische Regierung hat beschlossen, den Begriff „LGBT“ durch den Ausdruck „budaya songsang“ („abweichende Kultur“) zu ersetzen, um die vermeintliche Normalisierung der betreffenden Kultur zu verhindern. Die Ankündigung erfolgte im Februar während einer Parlamentssitzung, wobei die stellvertretende Ministerin im Ministerbüro des Premierministers für religiöse Angelegenheiten, Marhamah Rosli, die Maßnahme begründete.
BegrĂĽndung der Regierungsentscheidung
Marhamah Rosli erklärte, dass die Abschaffung des Begriffs die Sichtbarkeit in Online‑Algorithmen reduziere und damit die unbewusste Verbreitung der Kultur eindämme. Sie betonte, dass jede Nennung des Begriffs zu einer verstärkten Anzeige entsprechender Inhalte führe und damit ungewollt die Normalisierung fördere.
Rechtlicher Kontext
Obwohl Malaysia über eine muslimisch‑mehrheitliche Bevölkerung verfügt, wird das Land häufig als moderat in der Umsetzung islamischer Gesetze beschrieben. In den letzten Jahren haben jedoch islamisch‑konservative Gruppierungen vermehrt Druck auf die Regierung ausgeübt, islamische Lehren stärker in die Gesetzgebung zu integrieren.
Reaktionen von Menschenrechtsorganisationen
Laut dem Bericht von Justice for Sisters wurden im Jahr 2025 rund 307 Personen wegen ihrer sexuellen Orientierung nach Bundes‑ und Landesrecht festgenommen. Ein Amnesty‑International‑Bericht verzeichnete von 2020 bis Mai 2025 die Sperrung von 13 Publikationen mit entsprechenden Inhalten und gab an, dass 48 % der befragten Personen ihre Ansichten aus Sicherheitsgründen zurückhalten mussten.
Politische Analyse
Der Senior‑Dozent Vilashini Somiah von der Universiti Malaya vermutet, dass Premierminister Anwar Ibrahim die Terminologieänderung nutze, um konservative islamistische Koalitionspartner vor den anstehenden Parlamentswahlen zu beruhigen. Er weist darauf hin, dass die Regierung angesichts eines fragilen Koalitionsverbunds möglicherweise Menschenrechte zugunsten politischer Stabilität zurückstellt.
Auswirkungen auf die Gemeinschaft
Mitch Yusof von SEED, einer Gruppe fĂĽr transgeschlechtliche Personen, berichtete, dass die Organisation ihre Kommunikationsstrategien anpasse, um das Risiko von Ăśberwachung und
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