Größe und Beschaffenheit des Kraters
Der Mars‑Express‑Orbitermodul der ESA bietet einen virtuellen Flug um den Schiaparelli‑Krater, der einen Durchmesser von 460 km aufweist. Trotz dieser Größe erscheint der Krater relativ flach, was auf eine mögliche Auffüllung durch Sedimente, Lava oder Windablagerungen in den letzten Milliarden Jahren hindeutet.
Namensgebung und historische Beobachtungen
Der Krater trägt den Namen des italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835–1910), der neben Merkur und Venus vor allem für seine Marsbeobachtungen bekannt ist. Während der Großen Opposition 1877 kartierte er die Marsoberfläche und bemerkte mehrere gerade dunkle Linien, die er als natürliche, wassergefüllte Kanäle interpretierte.
Fehlinterpretationen der „Canali“
Die von Schiaparelli verwendete italienische Bezeichnung „canali“ wurde von einigen Zeitgenossen fälschlich als englisches Wort für künstliche Kanäle verstanden. Diese Übersetzung löste in der Öffentlichkeit die Vorstellung aus, dass intelligente Marsbewohner diese Strukturen gebaut haben könnten. Heute wird anerkannt, dass die Beobachtungen durch die begrenzte Auflösung der damaligen Teleskope verursacht wurden.
Wissenschaftliche Einschätzungen zum Wasser
Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass in der Region des Kraters einst Wasser in Form eines Sees vorhanden war, obwohl heute keine flüssigen Wasserläufe mehr existieren. Diese Annahme stützt sich auf geologische Analysen und Vergleichsdaten von Marsmissionen.
Kulturelle Bedeutung
Der Schiaparelli‑Krater ist zudem als Endziel des fiktiven Astronauten Mark Watney im Roman „The Martian“ von Andy Weir bekannt, was ihm zusätzliche Aufmerksamkeit in der Popkultur verschafft.
Entstehung des Videos
Das Video wurde aus Daten der Mars Express High Resolution Stereo Camera (HRSC) erstellt. Bildmosaike mehrerer Aufnahmen wurden zu einer dreidimensionalen Landschaft kombiniert, wobei ein digitales Geländemodell für die Topografie verwendet wurde. Für jede Sekunde Film wurden 50 Einzelbilder entlang eines vordefinierten Kamerapfads gerendert.
Technische Details der Animation
Bei der Animation wurde eine dreifache vertikale Überhöhung eingesetzt, um Reliefs besser sichtbar zu machen. Atmosphärische Effekte wie Wolken und Dunst wurden hinzugefügt, wobei der Dunst ab einer Entfernung von 250 km einsetzt, um die Grenzen des Geländemodells zu verbergen. Die HRSC‑Kamera wird vom Deutschen Zentrum für Luft‑ und Raumfahrt (DLR) betrieben, und die Datenverarbeitung erfolgte am DLR‑Institut für Weltraumforschung in Berlin‑Adlershof. Das Freie‑Universität‑Berlin‑Team für planetare Wissenschaft und Fernerkundung nutzte die Daten für die Filmproduktion.Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Uebertragung