Ein seltener astronomischer Vorgang wurde am 2. Juli 2026 von der NASA‑Mission Perseverance auf dem Mars dokumentiert: Die Erde verschwand hinter dem Marsmond Phobos, bevor sie wieder auftauchte.
Beobachtung und technische Details
Die Aufnahme erfolgte mit dem Mastcam‑Z‑Instrument des Rovers gegen 19 Uhr lokaler Sonnenzeit, also am Abend des 1.907. Sol der Mission. Neun Einzelbilder zeigen den kleinen, leuchtenden Punkt Erde, der von links oben nach rechts unten zieht, während Phobos von links unten nach rechts oben kreuzt.
Größenverhältnisse von Erde und Phobos
Phobos ist ein unregelmäßig geformter Mond mit einem Durchmesser von 27 Kilometern (etwa 17 Meilen) und umkreist den Mars in einer Entfernung von 7.800 Kilometern (4.850 Meilen). In der Aufnahme erscheint Phobos etwa ein Drittel so breit wie der Erdmond, wenn dieser von der Erde aus gesehen wird. Die Erde selbst befand sich in einer Entfernung von 314 Millionen Kilometern (195 Millionen Meilen) und reduzierte sich auf einen einzigen Pixel‑großen Lichtpunkt.
Aussagen von Wissenschaftlern
„Das zusammengesetzte Bild stellt ein einzigartiges Selbstporträt der Erde dar, das von der Oberfläche eines anderen Planeten aus aufgenommen wurde, mit einem Phobos‑Photobomb“, erklärte Justin Maki, stellvertretender Leiter des Mastcam‑Z‑Teams und Bildwissenschaftler bei der NASA.
Mark Lemmon, Mastcam‑Z‑Ko‑Investigator am Space Science Institute, wies darauf hin: „Phobos überquert den marsianischen Himmel dreimal täglich, und die Erde ist monatelang sichtbar, doch das direkte Hinter‑einander‑Erscheinen beider erfordert präzise Planung und etwas Glück.“
Begriffsbestimmungen: Okklusion, Transit und Eclipse
Fachleute bezeichnen das Ereignis als Okklusion, weil ein größer scheinendes Objekt (Phobos) das kleinere (Erde) vollständig verdeckt. Im Gegensatz dazu spricht man von einer Eclipse, wenn ein Objekt in den Schatten eines anderen eintritt, und von einem Transit, wenn ein kleineres Objekt vor einem größeren vorbeizieht.
Hintergrund der Mission
Perseverance, von der NASA‑Jet‑Propulsion‑Laboratory (JPL) in Südkalifornien gebaut und von der Arizona State University in Zusammenarbeit mit Malin Space Science Systems betrieben, dient der Erforschung des Jezero‑Krater-Ökosystems. Das Mastcam‑Z‑System liefert hochauflösende, farbige und stereoskopische Bilder, die neben geologischen Studien auch astronomische Beobachtungen ermöglichen.
Bedeutung und Ausblick
Die Aufnahme stellt den ersten dokumentierten Nachweis einer Erde‑Okklusion von einem anderen Himmelskörper aus der Oberfläche eines fremden Planeten dar und eröffnet neue Möglichkeiten für interplanetare Astronomie und die Planung zukünftiger Missionen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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