Ein neu veröffentlichter Befund des Perseverance‑Rovers liefert den ersten direkten Nachweis einer über 75 Meter dicken Gesteinsfolge, die durch wiederholte Asteroideneinschläge vor mehr als 3,9 Milliarden Jahren entstanden ist. Die Ergebnisse wurden im Journal of Geophysical Research: Planets veröffentlicht und geben Einblick in ein frühes Kapitel der solaren Geschichte.
Neuer Befund aus Jezero
Die Gesteinsfolge, vom Team als „Broom Point member“ bezeichnet, befindet sich am westlichen Rand des Jezero‑Krater. Nach dem Aufstieg des Rovers im späten Jahr 2024 begann die Untersuchung der dortigen Schichten mit den wissenschaftlichen Instrumenten.
Schichtaufbau und Beweise
Sechs unterschiedliche Gesteinsarten wurden identifiziert, darunter Brekzien mit gasförmigen Hohlräumen, die auf einst geschmolzene Zustände hinweisen. In den Schichten finden sich zahlreiche dunkle, glasartige Kügelchen, deren Häufigkeit auf Asteroideneinschläge als primäre Entstehungsursache schließen lässt.
Interpretation der Einschläge
Der leitende Autor Alex Jones erklärt, dass die variabel dicken Schichten ein Aufzeichnungsprotokoll von Einschlägen unterschiedlicher Größe darstellen, die aus verschiedenen Entfernungen zum Ort der Ablagerung gelangten.
Mögliche Rolle von Wasser und Eis
Einige Schichten weisen Merkmale auf, die auf schnelle, bodennah fließende Ströme hindeuten – Prozesse, die auf das Zusammentreffen von geschmolzenem Gestein mit Wasser oder Eis zurückzuführen sein könnten.
Zwei‑stufiges Einschlagsszenario
Wissenschaftler vermuten ein „One‑Two‑Punch“-Modell: Zuerst formte ein gewaltiger Einschlag das Isidis‑Becken (ca. 1 900 km Durchmesser) und neigte die Gesteinsschichten stark. Später erzeugte ein zweiter Einschlag den Jezero‑Krater (45 km Durchmesser) und hob die bereits geneigten Schichten weiter an.
Proben fĂĽr zukĂĽnftige Analysen
Der Rover hat zwei Kernproben („Bell Island“ und „Main River“) entnommen. Eine Rückführung zur Erde könnte mittels Labor‑Datierung das genaue Alter der Schichten bestimmen und damit Aufschlüsse über das frühe Mars‑ und Erden‑Impact‑Regime geben.
Aussagen von Wissenschaftlern
Ken Farley betont, dass Mars im Gegensatz zur Erde keine Plattentektonik besitzt, wodurch solche frühen geologischen Aufzeichnungen erhalten bleiben und ein einzigartiges Fenster in die Frühzeit des Sonnensystems öffnen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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