USA: Studie zu Herzfehlern bei MĂĽttern und kindlicher Entwicklung
Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie hat einen Zusammenhang zwischen angeborenen Herzfehlern der Mutter und einer erhöhten Entwicklungsanfälligkeit von Kindern beim Schuleintritt aufgezeigt. Die Untersuchung berücksichtigte 256.629 Einlingskinder, die zwischen 1995 und 2016 in British Columbia, Kanada, geboren wurden.
Studiendesign und Datengrundlage
Die Forschenden verknüpften Geburtsregisterdaten mit den Early Development Instrument (EDI)-Erhebungen, die von Lehrkräften im Kindergarten im Alter von fünf bis sechs Jahren durchgeführt werden. Mehr als 90 % der Kinder in teilnehmenden Schulen füllten den Fragebogen aus.
Definition der Entwicklungsanfälligkeit
Entwicklungsanfälligkeit wurde definiert als ein Ergebnis unter dem 10. Perzentil in mindestens zwei der fünf EDI‑Domänen: körperliche Gesundheit und Wohlbefinden, soziale Kompetenz, emotionale Reife, sprach‑ und kognitionsbezogene Entwicklung sowie Kommunikation und Allgemeinwissen.
Hauptergebnisse
Von den analysierten Kindern waren 456 (0,2 %) der mütterlichen Herzfehler ausgesetzt. Bei diesen Kindern wurde eine Entwicklungsanfälligkeit von 25,2 % festgestellt, verglichen mit 16,6 % bei nicht exponierten Kindern. Das adjustierte Risiko betrug 1,28 (95 % KI [1,11, 1,48]).
Domänenspezifische Risiken
Erhöhte Risiken zeigten sich in allen untersuchten Bereichen: körperliche Gesundheit (aRR 1,31 [1,11, 1,54]), soziale Kompetenz (aRR 1,22 [1,02, 1,45]), sprach‑ und kognitive Entwicklung (aRR 1,39 [1,13, 1,70]) sowie Kommunikation und Allgemeinwissen (aRR 1,33 [1,09, 1,63]).
Einfluss von FrĂĽhgeburt und Schweregrad
Die Vorzeitigkeit der Geburt erklärte etwa 8 % der Gesamtassoziation. Schwere Herzfehler waren stärker mit Entwicklungsanfälligkeit verknüpft (aRR 1,98 [1,31, 3,00]) als milde Formen (aRR 1,19 [1,00, 1,42]).
Einschränkungen und Ausblick
Die Studie kann intrauterine Effekte nicht vollständig von genetischen oder postnatalen familiären Einflüssen trennen. Zudem besteht ein gewisses Fehlerrisiko bei der Klassifizierung von Herzfehlern, das die Assoziation eher unterschätzt. Die Autoren empfehlen verstärkte klinische Überwachung und gezielte Unterstützungsangebote für Frauen im reproduktiven Alter mit Herzfehlern, um das Risiko kindlicher Entwicklungsverzögerungen zu mindern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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