Eine prospektive nationale Kohortenstudie hat 618 schwangere Patientinnen in Libanon untersucht, um den Zusammenhang zwischen der libanesischen mediterranen Ernährung (LMeD) und dem Geburtsgewicht ihrer Kinder zu analysieren. Die Untersuchung zielte darauf ab, Unterschiede zwischen klein (SGA), normal (AGA) und groß (LGA) für das Gestationsalter geborenen Säuglingen zu identifizieren.
Studienaufbau und Datenerhebung
Die Geburtsgewichte wurden in drei Kategorien eingeteilt: SGA (n = 73), AGA (n = 447) und LGA (n = 98). Als potenzielle Einflussfaktoren wurden die Einhaltung der LMeD, trimesterbezogene und gesamte Gewichtszunahme, mittlerer arterieller Druck (MAP), Pulsdruck (PP) sowie psychosoziale, sozio‑demografische und gesundheitliche Parameter der Mütter berücksichtigt. Deskriptive Statistiken verglichen die Gruppen, während hierarchische lineare und logistische Regressionsmodelle Determinanten für die jeweiligen Geburtsgewichtskategorien ermittelten.
Ergebnisse fĂĽr normalgewichtige Geburten (AGA)
Die Analyse zeigte, dass eine hohe Adhärenz an die LMeD mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für AGA‑Geburten verbunden war. Dabei stand der Konsum von Milchprodukten in negativem Zusammenhang zu normalen AGA‑Geburten, während der Verzehr von Trockenfrüchten das Risiko für AGA‑Geburten erhöhte. Die LMeD selbst trat jedoch nicht als signifikanter Prädiktor für SGA‑ oder LGA‑Geburten in den Modellen auf.
Risikofaktoren für kleinwüchsige Säuglinge (SGA)
Für SGA‑Infanten erwies sich eine angemessene gestationale Gewichtszunahme (GWG) als schützender Faktor. Im Gegensatz dazu erhöhten ein hoher Burghul‑Konsum im ersten Trimester sowie steigende MAP‑Werte im zweiten und dritten Trimester das Risiko für ein geringes Geburtsgewicht. Diese Befunde deuten darauf hin, dass sowohl ernährungsbezogene als auch hämodynamische Parameter im Verlauf der Schwangerschaft das Risiko für SGA beeinflussen.
Risikofaktoren für großwüchsige Säuglinge (LGA)
Bei LGA‑Geburten standen eine höhere Parität, eine Vorgeschichte von Makrosomie und eine schlechte Schlafqualität im dritten Trimester in positivem Zusammenhang mit dem Auftreten von LGA. Zusätzlich korrelierte ein erhöhter Olivenöl‑Konsum im zweiten Trimester mit einem höheren LGA‑Risiko, während ein höherer Pulsdruck im ersten Trimester das Risiko senkte.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Die Studie legt nahe, dass eine gezielte Überwachung von familiären Diabetes‑ und Makrosomie‑Vorgeschichten, trimester‑spezifische Kontrolle der Gewichtszunahme, regelmäßige Messung von Blut‑ und Pulsdruck sowie die Förderung einer libanesischen mediterranen Ernährungsweise zur Optimierung der Geburtsgewichte beitragen können. Gesundheitsbehörden könnten diese Faktoren in präventive Programme integrieren, um sowohl Unter- als auch Übergewicht bei Neugeborenen zu reduzieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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