International: Mehr als 30 Verfahren gegen anti-bergbauführende Anführer in Nueva Vizcaya
In der philippinischen Provinz Nueva Vizcaya wurden laut Bericht von Global Voices über 30 Strafverfahren gegen indigene Anführer, Umweltaktivisten und deren Rechtsvertreter eingereicht, weil sie Barrikaden gegen großflächige Bergbauprojekte errichtet hatten.
Hintergrund der Bergbauaktivitäten
Nova Vizcaya ist ein gebirgiges Gebiet, das für seine Gemüseproduktion und seine mineralischen Vorkommen bekannt ist. Die jüngste Zunahme von Explorationsgenehmigungen führte zu Vertreibungen von Dorfbewohnern und indigenen Gemeinschaften, die daraufhin mit physischen Sperren die Zugänge zu den Minen blockierten.
Reaktionen der Gemeinschaft
Die lokalen Organisatoren mobilisierten breite Unterstützung und erzielten die Aussetzung der Genehmigung der Woggle Corporation. Am 19. Mai richteten sie eine weitere Sperre gegen die North Luzon Minerals Resources Corporation, die ein Explorationsrecht für 4 456 Hektar im Gebiet Kasibu erhalten hatte. Vertreter der betroffenen Gemeinschaften betonten, dass sie nicht ordnungsgemäß über die Aktivitäten auf ihrem angestammten Land konsultiert worden seien.
Rechtliche Schritte gegen Anführer
Als Reaktion auf die Barrikaden reichten Bergbauunternehmen und einige lokale Behörden Klagen wegen Cyberverleumdung, Hausfriedensbruch, schwerer Nötigung und Ungehorsam ein. Der jüngste Fall führte am 19. August zu einer Verhaftung. Die Anklagen werden von Beobachtern als Teil einer wachsenden Praxis von Strategischen Klagen gegen öffentliche Teilhabe (SLAPP) beschrieben.
Unterstützung durch nationale und internationale Gruppen
Verschiedene Organisationen äußerten Solidarität mit den Betroffenen. Der Center for Environmental Concerns kritisierte ein „längst bestehendes Muster gezielter Versuche von Staat und Wirtschaft, lokalen Widerstand zu ersticken“. Die Gruppe Yes to Life No to Mining betonte das Recht der indigenen Gemeinschaften, über die Nutzung ihres Landes zu entscheiden. Die Koalition Alyansa ng Novo Vizcayano para sa Kalikasan veröffentlichte eine Erklärung, in der die Verfolgung von Anführern und Anwälten verurteilt wird.
Umweltauswirkungen und lokale Sorgen
Mitglieder der Gemeinschaft, darunter die 26‑jährige Zesirie Enggo, berichteten, dass Flüsse, die einst breit waren, nun zu schmalen Kanälen reduziert wurden und das Wasser bereits durch die Bergbauaktivitäten verunreinigt sei. Enggo erklärte in einem öffentlichen Forum: „Als Kind war der Fluss breit, jetzt ist er nur noch ein Kanal, der vom Bergwerk stammt.“ Sie warnte zudem vor den Folgen für die landwirtschaftliche Produktion, die das Leben vieler Familien sichert.
Ausblick
Trotz der rechtlichen Bedrohungen verteidigen die indigenen Gemeinschaften weiterhin die Barrikaden. Die Präsenz von Polizeikräften wird von den Anwohnern als Militarisierung der Region kritisiert. Beobachter sehen in den Verfahren ein Indiz dafür, dass Konflikte zwischen Bergbauinteressen und den Rechten indigener Gemeinschaften in den Philippinen weiter eskalieren könnten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Creative Commons BY. Offene journalistische Inhalte.
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