In den letzten Wochen haben mehrere Angriffe auf Lagerhäuser für humanitäre Hilfe in der Ukraine stattgefunden, wobei laut dem World Health Organization (WHO) Tracker über 70 Lagerangriffe verzeichnet wurden. Die Angriffe betreffen sowohl medizinische Versorgungseinrichtungen als auch Lager für Notunterkünfte und führen zu erheblichen Materialverlusten.
Angriffe auf WHO-Lager in Dnipro
Ein WHO-Lager in Dnipro wurde laut Aussage des WHO-Regionaldirektors für Europa, Hans Kluge, dreimal innerhalb weniger Tage getroffen. Nach dem ersten Treffer am Montag und einem zweiten am Freitag wurde das Lager am 7. August erneut angegriffen, wobei das Gebäude vollständig zerstört wurde. Kluge betonte, dass das Lager „Notfallmedizin für Frontlinienkrankenhäuser“ enthielt und dessen Zerstörung die Behandlungskapazität erheblich einschränke.
Verluste an medizinischer Ausrüstung
Vor der Zerstörung befanden sich rund 300 Paletten im Lager, von denen das WHO-Team 130 Paletten an einen alternativen Standort überführen konnte. Der geschätzte Wert der zerstörten Vorräte liegt bei etwa 500.000 US‑Dollar. Die WHO erklärte, dass die Angriffe die Verfügbarkeit von lebensrettenden Medikamenten und Geräten stark beeinträchtigen.
Weitere Angriffe auf UN‑Partner
Die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR berichtete von mehreren Angriffen auf von ihr genutzte Lager. Am 31. Juli wurde ein Lager und Büro der Nichtregierungsorganisation Proliska in Pavlohrad zerstört, ohne dass Personen zu Schaden kamen. Ein früherer Angriff am 20. Mai traf ein von UNHCR gemietetes Lager in Dnipro, wobei zwei Personen starben, mehrere verletzt wurden und etwa 900 Paletten im Wert von über 1 Million US‑Dollar zerstört wurden.
Umfassende Angriffe auf das Gesundheitswesen
Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 verzeichnet die WHO insgesamt 3.149 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und 240 Todesopfer. Das globale WHO-Portal listet 72 Lagerangriffe und 646 Fälle, in denen Hilfsgüter beeinträchtigt wurden.
Zivile Opfer und humanitäre Lage
Nach Angaben des UN-Hilfskoordinationsbüros OCHA wurden in einem 24‑Stunden‑Zeitraum mindestens 10 Zivilisten getötet und über 120 verletzt, wobei die Region Dnipro besonders stark betroffen war. Weitere Angriffe forderten Menschenleben in den Regionen Kharkiv, Donetsk, Kherson, Odesa, Sumy und Zaporizhzhia.
Reaktionen der humanitären Akteure
UNHCR arbeitet zusammen mit Behörden, Partnern und anderen UN‑Agenturen daran, kritische Hilfsgüter zu ersetzen und alternative Lagerflächen zu finden, um die Versorgung der vom Krieg betroffenen Bevölkerung sicherzustellen. Trotz steigender Risiken betonen die UN und ihre humanitären Partner ihr fortgesetztes Engagement, Notunterstützung zu leisten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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